Tipps für Hörgeräteträger

Der Alltag mit einem Hörgerät ist in den meisten Fällen wesentlich besser als ohne. Doch die kleinen High-Tech-Wunder erfordern auch Arbeit, um dem Hörgeräteträger langfristig dienen zu können. Wir haben Ihnen eine Sammlung an hilfreichen Tipps für Hörgeräteträger zusammengestellt, die Ihnen die Eingewöhnung an Ihr Hörgerät erleichtert und schnelle Hilfe bei Problemen liefert.

So gewöhnen Sie sich an Ihr neues Hörgerät

Alles braucht seine Zeit, auch die Gewöhnung an Ihr neues Hörgerät. Zu Beginn werden Sie Ihre akustische Umgebung deutlich intensiver wahrnehmen als zuvor. Viele Geräusche werden Ihnen eher laut und aufdringlich erscheinen und auch die eigene Stimme klingt ungewohnt hell und blechern. Dies ist völlig normal, denn Ihr Gehirn muss sich an die neuen Höreindrücke und Klangbilder gewöhnen. Durch Ihre bislang unbehandelte Schwerhörigkeit nahm Ihr Gehirn immer weniger akustische Reize wahr und Sie haben sich an die gedämpften Klänge gewöhnt. In der jetzigen Eingewöhnungszeit werden diese vergessenen und „verlernten“ Klänge wieder neu interpretiert und zugeordnet. Der Zeitraum der Gewöhnung an das neue Hören mit Hörgerät dauert in der Regel von wenigen Tagen bis zu vier Wochen, vorausgesetzt, Sie tragen Ihr Hörgerät ganztags von morgens bis abends.

Tipps für eine entspannte Hörgerät-Eingewöhnungsphase

  • Beginnen Sie mit ruhigen Umgebungen und steigern Sie sich langsam.
  • Tragen Sie Ihr Hörgerät unbedingt den ganzen Tag, um das Gehör kontinuierlich an die neuen Reize zu gewöhnen – legen Sie nur dann kleine Pausen ein, wenn es unbedingt sein muss.
  • Hören Sie aktiv Radio oder schauen Fernsehnachrichten – Dies ist ein guter Einstieg, um Gesprächen wieder besser folgen zu können, und um Ihr Hörzentrum zu trainieren.
  • Vermeiden Sie anfangs Störgeräusche wie Straßenlärm, starken Wind oder Hintergrundmusik, bis das Gehirn sie wieder zuordnen kann und lernt, automatisch auszublenden.
  • Scheuen Sie sich nicht, Ihre Gesprächspartner um Wiederholungen oder eine deutliche, langsame Aussprache zu bitten.
  • Gewöhnen Sie sich wieder an den Klang Ihrer eigenen Stimme, indem Sie sich Bücher oder Zeitungen laut vorlesen.
  • Achten Sie bewusst darauf, selber besonders deutlich zu sprechen, auch wenn Ihre Stimme anfangs ungewohnt klingt. Ein professionelles Wahrnehmungstraining kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

So werden Sie zum vorbildlichen Hörgeräteträger

Der wichtigste Hinweis vorab: Binden Sie Ihr neues Hörgerät sofort in Ihre Alltagsroutine ein. Jeder Handgriff sollte so routiniert feststehen wie das tägliche Zähneputzen. Für die Vergesslichen unter Ihnen kann es sehr hilfreich sein sich kleine Notizzettel im Schlaf- oder Badezimmer zu platzieren.

Meine Hörgerät-Routine:

  • Morgens: Hörgerät einsetzen!
  • Vor der Dusche: Hörgerät ablegen
  • Nach der Dusche und dem Styling: Hörgerät einsetzen
  • Abends: Hörgerät ablegen, reinigen und desinfizieren und sicher verstauen
  • Alle 4 Monate: Servicetermin beim Akustiker wahrnehmen

So pflegen Sie Ihr Hörgerät richtig

Sorgfältige Hörgerätepflege: kleiner Aufwand- großer Nutzen!

Die richtige Pflege Ihres Hörgeräts ist nicht nur aus hygienischen Gründen von Vorteil, sondern sie sorgt zusätzlich für eine optimale Funktionsweise und eine längere Lebensdauer Ihres Geräts. Neben der mechanischen Beanspruchung sind vor allem drei Faktoren für defekte Hörgeräte verantwortlich – Schmutz, Feuchtigkeit und Hitze.

Wodurch wird mein Hörgerät verschmutzt?

Ihr Hörgerät ist täglich vielen Verschmutzungsfaktoren ausgesetzt. Dadurch, dass das Gerät direkt an der Haut oder sogar innerhalb des Gehörgangs getragen wird, sammeln sich körpereigene Substanzen wie Schweiß und Ohrenschmalz auf dem Hörgerät – hinzu kommen Pflege- oder Kosmetikprodukte und allgegenwärtige Staubpartikel. Bei unzureichender Reinigung können diese Faktoren zu einer Einschränkung der Funktionsweise Ihres Hörgeräts führen, schlimmstenfalls sogar zu erheblichen Schäden. So schützen Sie Ihr Hörgerät davor!

Ihr Hörgerät richtig reinigen

Reinigen Sie Ihr Hörgerät jeden Tag

Warten Sie nicht ab, bis Sie den Schmutz an Ihrem Hörgerät mit bloßem Auge erkennen können! Staub- und Schweißpartikel setzen sich oft unsichtbar ab und sollten jeden Tag entfernt werden.
Genau wie das Zähneputzen und Haarewaschen sollte eine tägliche Reinigung Ihres Hörgeräts zu Ihrem Alltag gehören. So gehen Sie vor:

  1. Hörgerät auseinander bauen: Trennen Sie vorsichtig das Ohrpassststück und oder das Schirmchen vom Hörgerät selbst, um die nicht-elektronischen Bauteile einzeln säubern zu können.

  2. Hörgerätgehäuse reinigen: Wischen Sie das Hörgerät-Gehäuse mit einem trockenen Reinigungstuch ab. Bei starker Verschmutzung können Sie das Tuch minimal mit Reinigungsspray anfeuchten.

  3. Otoplastik/Schirmchen reinigen: Sprühen Sie die nicht-elektronischen Bauteile mit einem speziellen Reinigungsspray für Hörgeräte ein, lassen es kurz einwirken und wischen sie dann mit einem staubfreien Tuch ab. Nutzen Sie für schwierige Stellen spezielle Reinigungsbürstchen für Hörgeräte.

  4. Gut trocknen lassen: Legen Sie alle Hörgerät-Bauteile in eine Trockenbox und lassen Sie diese gründlich trocknen, am besten über Nacht. Achten Sie darauf, auch das Batteriefach zum Trocknen zu öffnen.

Finger weg von aggressiven Reinigungsmitteln

Spülmittel, feuchte Brillenputztücher, Reinigungsalkohol oder Haushaltsputzmittel sind absolut ungeeignet für die Reinigung Ihres Hörgeräts und können irreparable Schäden verursachen. Außerdem können die aggressiven Inhaltsstoffe Hautreizungen verursachen.

Benutzen Sie nur Putztücher, Reinigungsmittel und -bürstchen, die speziell für Hörgeräte geeignet sind, um die filigrane Technik nicht zu beschädigen. Diese gibt es für wenig Geld bei Ihrem Hörgeräteakustiker.

Gründlich, aber sanft reinigen

Behandeln Sie Ihr Hörgerät stets vorsichtig: Obwohl die Geräte im täglichen Betrieb durchaus robust sind, kann eine zu starke Druckausübung während der Reinigung zu verstärktem Materialverschleiß führen. Am besten legen Sie Ihr Hörgerät während der Reinigung auf einem Handtuch ab, um auch Sturzschäden wirkungsvoll zuvorzukommen.

Besonders bei Ohrpassstücken mit Schallschlauch lohnt sich ein Ultraschall-Reinigungsgerät, mit dem die Otoplastik sicher und gründlich gereinigt wird. Mit Hilfe eines Pusteballs wird der Schallschlauch von Wasserresten befreit und das Ohrpassstück abgetrocknet. Verbinden Sie anschließend das Ohrpassstück mit Ihrem Hörgerät und achten Sie gleichzeitig darauf, das Ohrpassstück für die rechte Seite aufs rechte Hörgerät und das Ohrpassstück für die linke Seite aufs linke Hörgerät zu setzen. Die Hörgeräte sowie die Ohrpassstücke sind farblich markiert mit rot für rechts und blau für links.  In einer Trockenbox können die gereinigten Bauteile anschließend optimal getrocknet werden. Moderne Trockenbox-Modelle enthalten zudem die Funktion einer Entkeimung durch UV-C Bestrahlung, wodurch das Hörgerät über Nacht vollständig desinfiziert wird.

 

Hörgerät sicher aufbewahren – Was muss ich beachten?

Ein Hörgerät richtig aufbewahren und handhaben ist mit ein paar einfachen Grundregeln nicht schwierig. Achten Sie in folgenden Situationen besonders auf die Sicherheit Ihres Hörgeräts!

Schutz vor extremen Temperaturen

Hörgeräte reagieren sehr empfindlich auf starke Hitze oder Kälte. Vermeiden Sie daher Ablageorte wie Heizungen, Fensterbänke oder geparkte Autos. Schützen Sie Ihr Hörgerät auch während des Tragens: Beim Haareföhnen, bei Saunabesuchen oder auf der Sonnenliege sollten Sie Ihr Hörgerät besser ablegen und in Ihrem Hörgeräteetui sicher aufbewahren.

Schutz vor Wasser und Feuchtigkeit

Hörgeräte sind nicht wasserfest und können durch das Eindringen von Feuchtigkeit beschädigt werden. Legen Sie Ihr Hörgerät daher unbedingt ab, bevor Sie schwimmen gehen, baden oder duschen. Auch bei einem Strandbesuch empfiehlt es sich, das Hörgerät in einem Hörgeräteetui zu verstauen, um es vor Sand und Feuchtigkeit zu schützen.
Und nicht nur externe Feuchtigkeit kann Ihrem Hörgerät schaden: Gerade im Sommer ist Ihr Hörgerät durch Schweiß ständiger Feuchtigkeit ausgesetzt. Lassen Sie es über Nacht daher ausgiebig in einer Trockenbox trocknen und reinigen Sie sowohl Hörgerät als auch Ohren gründlich, bevor Sie es erneut einsetzen. Achten Sie zusätzlich darauf, dass Ihre Ohren beim Einsetzen des Hörgerätes vollständig trocken und sauber sind.

Schutz vor Schmutz und Staub

Einer leichten Verschmutzung durch Ohrenschmalz, körpereigenen Fetten, Make-Up und Stylingprodukten wird Ihr Hörgerät gut widerstehen, wenn Sie die Ablagerungen jeden Abend gründlich entfernen.
Versuchen Sie dennoch, Ihr Hörgerät vor einer übermäßigen Verunreinigung durch feine Staubpartikel zu schützen, beispielsweise beim Einsatz von Haarspray, einem Aufenthalt an Baustellen oder in Werkstätten (Stein-, oder Holzstaub) oder in sandigen, staubigen Umgebungen. Bedecken Sie Ihre Ohren mit einer Mütze oder legen Sie das Hörgerät vorher ab.

Schutz der Elektronik

Bei medizinischen Untersuchungen wie Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) oder Ultraschalluntersuchungen in Kopfnähe können mit der empfindlichen Elektronik Ihres Hörgeräts kollidieren und diese beeinträchtigen. Legen Sie Ihr Hörgerät daher vorher ab.

Übrigens: Metalldetektoren, etwa am Flughafen, haben keinen Einfluss auf Ihr Hörgerät.

Schutz vor Beschädigungen

Hörgeräte sind sehr kleine Geräte, die bereits mit wenig Kraftaufwand beschädigt werden können. Schützen Sie Ihr Hörgerät daher vor Stürzen, Tritten oder indem Sie es niemals unbedacht ablegen, sondern immer in einem dafür vorgesehenem Hörgeräteetui aufbewahren.

Bewahren Sie Ihr Hörgerät auch unbedingt außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern und Haustieren auf, um ein Verschlucken des Hörgeräts zu verhindern. Gerade Katzen und Hunde suchen oft gezielt nach dem Ursprung der hohen Hörgerätetöne und richten irreparable Schäden an.

 

Servicetermin für Ihr Hörgerät

Vorsorge ist besser als Nachsorge – jetzt Termin vereinbaren!
Bei Hörgeräten ist es ähnlich wie auch beim Auto: Um die Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, sind regelmäßige Inspektionen erforderlich. Damit die Hörgeräte zuverlässig und sicher funktionieren, bieten wir unseren Kunden eine gründliche Hörgeräte-Wartung bei regelmäßigen Serviceterminen an. Hierbei werden alle Funktionen des Hörgeräts auf Herz und Nieren überprüft. So können wir Beschädigungen und Verschleißerscheinungen frühzeitig beheben, bevor Sie zu teuren Reparaturen führen. Die Einhaltung der Servicetermine dient der Langlebigkeit der Hörsysteme und minimiert Folgekosten.


Vereinbaren Sie jetzt Ihren Servicetermin für die Wartung Ihres Hörgeräts!
Nutzen Sie dafür ganz bequem unsere Online-Terminvereinbarung oder kontaktieren Sie eine unserer Filialen vor Ort.

So lösen Sie Probleme mit Ihrem Hörgerät

Moderne Hörgeräte sind zwar sehr robust gebaut, können jedoch gewisse Schwachstellen aufweisen, vor allem dann, wenn Sie unsachgemäß behandelt wurden. Wir haben die häufigsten Probleme mit Hörgeräten, mögliche Ursachen und Lösungsansätze für Sie aufgelistet.

Technische Probleme mit Hörgeräten

PROBLEM POTENZIELLE URSACHE LÖSUNG
Pfeifen, Rückkopplung oder Störgeräusche Ihr Gehörgang ist mit Ohrenschmalz (Cerumen) verstopft. Gehörgang vorsichtig reinigen oder professionell durch HNO reinigen lassen.
  Das Hörgerät ist falsch eingestellt bzw. die Rückkopplungsauslöschung wurde nicht aktiviert / Akustiker hat keine Rückkopplungsmessung durchgeführt Hörgerät beim Akustiker neu einstellen und mit Rückkopplungsauslöschung versehen lassen.
  Das Ohrpassstück (Otoplastik) sitzt nicht korrekt im Ohr. Lassen Sie die Otoplastik beim Akustiker prüfen und ggf. neu anpassen
  Es werden offene „Gummischirmchen“ (Domes) als akustische Anbindung im Ohr genutzt. Lassen Sie die Domes beim Akustiker prüfen und ggf. durch eine passgenaue Otoplastik ersetzen.
  Ihr Hörgerät ist zu alt und nutzt keine moderne Rückkopplungsauslöschung. Steigen Sie auf ein neues Hörgerät um – mind. alle 6 Jahre steht Ihnen ein neues Gerät zu!
  Bei Im-Ohr-Hörgeräten: Interne Rückkopplung, da Hörerschlauch defekt oder Lagerung vom Hörer in der Ohrschale beschädigt Lassen Sie das Hörgerät beim Akustiker prüfen und ggf. reparieren.
Kein Ton Das Hörgerät ist nicht eingeschaltet bzw. die Stromversorgung ist leer. Stellen Sie sicher, dass die Batterie oder der Akku ausreichend Strom liefert. Hat Ihr Hörgerät eine volle Batterie unnatürlich schnell verbraucht, kann dies ebenfalls auf eine Störung hinweisen. Geht Ihr Hörgerät dennoch nicht an, bringen Sie es zu Ihrem Akustiker.
  Der Schallaustritt bzw. Lautsprecher des Hörgeräts ist verstopft. Prüfen Sie den Lautsprecher auf Verunreinigungen und reinigen Sie ihn vorsichtig. Bei starker Verschmutzung müssen Sie den Filter am Schallaustritt wechseln lassen.
  Die Lautstärke ist minimal eingestellt. Stellen Sie sicher, dass Sie die Lautstärke ausreichend hoch eingestellt haben.
Ton ist zu leise Der Schallaustritt bzw. Lautsprecher des Hörgeräts ist verstopft. Prüfen Sie den Lautsprecher auf Verunreinigungen und reinigen Sie ihn vorsichtig. Bei starker Verschmutzung müssen Sie den Filter am Schallaustritt wechseln lassen.
  Das Mikrofon des Hörgeräts ist verstopft. Prüfen Sie das Mikrofon auf Verunreinigungen und reinigen Sie ihn vorsichtig. Bei starker Verschmutzung müssen Sie den Filter am Mikrofon wechseln lassen.
  Das Hörgerät ist falsch eingestellt: Lautstärke zu leise eingestellt oder falsches Hörprogramm. Korrigieren Sie die Lautstärke nach oben oder wechseln Sie testweise die Hörprogramme.
Verzerrter Ton Mikrofone oder Lautsprecher verunreinigt. Prüfen Sie den Lautsprecher und das Mikrofon auf Verunreinigungen und reinigen Sie sie vorsichtig. Bei starker Verschmutzung müssen Sie die Filter wechseln lassen.
  Mikrofone oder Lautsprecher defekt Lassen Sie das Hörgerät beim Akustiker überprüfen und reparieren.
  Mikrofone oder Lautsprecher abgenutzt Lassen Sie das Hörgerät beim Akustiker überprüfen und reparieren.
  falsche Einstellung vom Hörgerät Kurzfristige Lösung: Probieren Sie ein anderes Hörprogramm aus. Lassen Sie die Voreinstellungen Ihrer Hörprogramme beim Akustiker überprüfen und neu justieren.
  Zu viel Verstärkung im Bereich „toter Regionen der Cochlea“ Lassen Sie das Hörgerät beim Akustiker neu einstellen.

Technische Erklärung

Hörgerätepfeifen

Ein klassisches Klischee von Hörgeräten ist, dass sie Pfeifen oder zu Rückkopplungen neigen. Diesem Vorurteil gehen wir gerne auf den Grund!
Generell tritt bei einem Hörgerät, welches verstärkten Schall im Gehörgang freigibt, immer eine Rückkopplung auf. Ein Teil des Schalls aus dem Lautsprecher wird vom Trommelfell reflektiert und gelangt wieder durch den Gehörgang nach außen. Wird dieser reflektierte Schall dann wieder von dem Hörgerät-Mikrofon aufgenommen und wiedergegeben, kommt es zu einer Rückkopplung.
Aus diesem Grund enthalten alle modernen Hörgeräte eine sogenannte „Rückkopplungsauslöschung“, die konstant im Einsatz ist. Ohne diese Funktion würde ein permanentes Pfeifen entstehen, vor allem bei Hörgeräten, die einen starken Hörverlust ausgleichen. Die Technik der Rückkopplungsauslöschung ist heutzutage allerdings so ausgereift, dass es im Alltag praktisch nie zum Pfeifen bei Hörgeräten kommt, wenn sie richtig angepasst und eingestellt wurden. Sollte trotzdem ein Pfeifen oder Störgeräusch bei ihrem Hörgerät auftreten, weist dies auf einen Defekt hin.

Tote Regionen der Cochlea

Ab einem Hörverlust von ca. 80db kann es vorkommen, dass die Cochlea (Hörschnecke im Innenohr) „tote Regionen“ aufweist. Der Schall bzw. die Verstärkung wird in diesen Frequenzen im Ohr platziert, das Innenohr kann diese jedoch nicht mehr richtig verarbeiten. Bei einem Hörtest (Tonaudiometrie) mit Sinustönen zeigt sich das in der veränderten Wahrnehmung. Es wird kein Sinuston mehr gehört, sondern nur noch ein Rauschen oder ein verzerrter Ton. Auch beim Tragen eines Hörgerätes kann dieses Phänomen auftreten. Das Hörgerät platziert die Verstärkung im Gehörgang und das Innenohr kann die Information nicht mehr umsetzen. Der Hörgeräteträger hat einen verzerrten Höreindruck.

Typische Hörgeräte Beschädigungen

Als vorbildlicher Hörgeräteträger überprüfen Sie Ihr Hörgerät sicher regelmäßig auf Anzeichen von Beschädigungen – aber worauf müssen Sie eigentlich besonders achten? Drei einfache Merkmale sollten Sie bei Ihrer täglichen Kontrolle im Blick halten:

Risse im Hörgerät: Bemerken Sie feine Risse am Hörgerät selbst, den Schallschläuchen oder der Otoplastik, lassen Sie das Gerät unverzüglich reparieren! Ähnlich wie bei einer Windschutzscheibe können sich auch kleine Risse schnell vergrößern und zu Verletzungen führen.

Feuchtigkeit im Hörgerät: Trotz der Nutzung einer Trockenbox bemerken Sie Feuchtigkeit an Ihrem Hörgerät? Auch in diesem Fall sollten Sie Ihr Hörgerät schnellstmöglich zum Fachmann bringen, bevor die empfindliche Elektronik Schaden nimmt.

Sitz des Hörgeräts: Ein Hörgerät mit maßangefertigter Otoplastik sollte buchstäblich „wie angegossen“ sitzen. Fühl sich das Hörgerät plötzlich unangenehm an, kann sich Ihr Gehörgang verändert haben, etwa durch starke Gewichtsveränderungen. Klären Sie die Ursache dafür ggf. mit Ihrem Arzt ab und lassen Sie beim Akustiker einen neuen Gehörgangsabdruck für ein neues Ohrpassstück vornehmen.

 

Checkliste: So überprüfen Sie Ihr Hörgerät bei Problemen

Checkliste: So überprüfen Sie Ihr Hörgerät bei Problemen

Zusammengefasst können Sie bei Problemen mit Ihrem Hörgerät folgende Checkliste nutzen, um die häufigsten Ursachen für die Störung festzustellen. Bitte beachten Sie: Öffnen Sie Ihr Hörgerät niemals eigenständig oder verwenden spitze Gegenstände zur Reinigung, sondern wenden sich zur Fehlerbehebung stets an Ihren Hörakustiker!

Prüfen Sie:

  Ist das Hörgerät eingeschaltet?
  Hat die Batterie noch genug Ladekraft / ist der Akku aufgeladen?
  Sitzt die Batterie/der Akku korrekt im Hörgerät?
  Sitzt das Hörgerät bzw. die Otoplastik korrekt im Ohr?
  Hören Sie einen Unterschied, wenn Sie die Lautstärke manuell erhöhen/verringern?
  Prüfen Sie nacheinander alle Hörprogramme – hören Sie Unterschiede?
  Können Sie Beschädigungen am Gerät/Kabeln oder eine Verdrehung an Schläuchen erkennen?
  Können Sie Verunreinigungen am Mikrofon/Lautsprecher/Schallschlauch erkennen?

 

Servicetermin für Ihr Hörgerät

Vorsorge ist besser als Nachsorge – jetzt Termin vereinbaren!

Vereinbaren Sie jetzt Ihren Servicetermin zur Inspektion Ihres Hörgerätes!
Nutzen Sie dafür ganz bequem unsere Online-Terminvereinbarung oder kontaktieren Sie eine unserer Filialen vor Ort.

Hörgerät verloren – und jetzt?

Bei aller Vorsicht kann es dennoch passieren, dass man sein Hörgerät verliert. Als wichtiger Alltagsbegleiter löst dieser Verlust schnell Panik bei den Betroffenen aus. Wir haben Ihnen daher einige Tipps zusammengestellt, wie Sie beim Verlust Ihres Hörgeräts reagieren sollten.

Typische „Fundorte“ von Hörgeräten

Es klingt banal, aber meistens befindet sich Ihr Hörgerät immer noch in einem 5 Meter Radius. Das winzige Gerät versteckt sich gerne in Kleiderfalten, unter Decken und Kissen, unter und hinter Möbeln, in Blumenkästen oder im Teppich.

Versuchen Sie, Ihren Tag zu rekonstruieren und suchen Sie methodisch alle möglichen Flächen ab. Bitten Sie unbedingt weitere Personen um Hilfe.

 

Fragen Sie unbedingt nach!

Falls Sie Ihr Hörgerät in der Öffentlichkeit getragen haben, lohnt sich in vielen Fällen die Nachfrage bei Geschäften in der Nähe – persönliche Gegenstände wie Brillen und Hörgeräte werden sehr oft von Passanten abgegeben. Auch das örtliche Fundbüro ist eine gute Anlaufstelle.

Neues Hörgerät bei Verlust

Keine Chance auf Wiederauffindbarkeit?

Ist Ihr Hörgerät wirklich unauffindbar, können Sie über Ihren Hörgeräteakustiker bei Ihrer Krankenkasse eine vorzeitige Wiederversorgung für ein neues Hörgerät beantragen. Dafür füllen Sie eine eidesstattliche Versicherung aus, in welcher Sie den Verlustvorgang beschreiben. Gleichzeitig ist es erforderlich einen HNO-Arzt zu konsultieren, der Ihnen eine aktuelle ohrenärztliche Verordnung für Hörgeräte ausstellt. Im Bemerkungsfeld der Verordnung muss stehen: „Hörgeräte verloren“.

Mit beiden Dokumenten wenden Sie sich an Ihren Hörakustiker. Er kümmert sich nun um die gesamte Abwicklung mit Ihrer Krankenkasse und um die Bewilligung der vorzeitigen Wiederversorgung.

Volle Erstattung nur über Hörgeräteversicherung

Bei Verlust Ihres Hörgeräts ersetzt Ihnen die Krankenkasse nur die ursprüngliche Zuzahlung. Haben Sie sich für ein Hörgerät mit einem höheren Eigenanteil entschieden, werden Ihnen diese Kosten nur über eine abgeschlossene Hörgeräteversicherung ersetzt.

Eine Hörgeräteversicherung gibt es schon für eine Einmalzahlung von 99 Euro (abhängig von dem Hörgerätetyp und Technik-Level) und schützt Sie vor dem hohen finanziellen Verlust, falls Sie Ihr Hörgerät verlieren oder es irreparabel beschädigt wird. Rhein-Neckar-Akustik bietet Ihnen beim Hörgerätekauf die unverbindliche Option unserer hauseigenen Hörgeräteversicherung. Nähere Informationen zu allen Versicherungskonditionen erhalten Sie direkt im Fachgeschäft bei einer persönlichen Beratung.

 

Alle Infos zur Hörgeräte Reparatur

Die Kosten für Reparaturen an Hörgeräten lassen sich grob in drei Kategorien unterteilen. Bitte beachten Sie, dass die Kosten für Ihre individuelle Reparatur abweichen können, wenn etwa mehrere Defekte zeitgleich auftreten.

Kleine Reparaturen im Bereich 10 - 50 €

  • Verstopften Mikrofonfilter austauschen
  • Verstopften Cerumenschutzfilter austauschen
  • Verschlissenen Hörschlauch austauschen
  • Wackelkontakt beheben
  • Defekten oder verstopften Hörwinkel beheben
  • Kleinstreparaturen, z.B. Batteriefach befestigen

Mittlere Reparaturen im Bereich 50 – 200 €

  • Neue Otoplastik
  • Neue Im-Ohr-Schale
  • Neuer Lautsprecher
  • Neue Mikrofone

Große Reparaturen / wirtschaftliche Totalschäden ab 200 €

  • Defekten Verstärker austauschen
  • Austausch mehrerer Technikkomponenten gleichzeitig: Mikrofone, Lautsprecher, Computerchip, Verstärker.

 

Werden Hörgerätereparaturen von der Krankenkasse bezahlt?

Die Übernahme von Hörgerätereparaturen durch die Krankenkasse ist bei gesetzlich Versicherten wie folgt geregelt: Bei reinen Krankenkassenversorgungen zum Nulltarif sind alle Reparaturkosten die innerhalb des Versorgungszeitraums von 6 Jahren anfallen bezahlt. Hat sich der Kunde für eine höherwertige Hörgeräteversorgung mit Eigenanteil entscheiden, so teilen sich die Reparaturkosten nach Ablauf der Garantie auf. Ein Teil der Reparatur wird von der Krankenkasse im Rahmen der Reparaturpauschale übernommen, der andere Teil wird dem Kunden in Rechnung gestellt.

Garantieverlängerung für Hörgeräte

Für Kunden, die eventuelle Folgekosten am Hörgerät vermeiden möchten, hat sich eine Garantieverlängerung für Hörgeräte bewährt.

Rhein-Neckar-Akustik bietet seinen Kunden eine hauseigene Garantieverlängerung an, die sich nach Kaufpreis und gewünschter Verlängerungsdauer staffelt. Im Rahmen dieser Garantieverlängerung sind alle eventuellen Reparaturkosten abgedeckt.

Das richtige Hörgerätezubehör

Es gibt ein breites Sortiment an Hörgerät Zubehör – vieles davon erleichtert Ihnen die sorgfältige Pflege Ihres Hörgeräts und verlängert die Lebensdauer. Hier ist eine Übersicht der typischen Produkte für Hörgeräte:

Reinigungszubehör für Hörgeräte

Trockenbox oder Trockenkapseln:

Laut Hersteller sind ca. 70 % der Reparaturen an Hörgeräten auf Feuchtigkeit zurückzuführen. Aus diesem Grund haben sich elektronische Trockenboxen für Hörgeräte bewährt. Die regelmäßige Trocknung dient der Langlebigkeit und minimiert Folgekosten. In einer Trockenbox können Sie Ihr Hörgerät bei Nichtgebrauch aufbewahren – die Box entzieht dem Hörgerät dabei aktiv Feuchtigkeit, so auch kleinste Wassermoleküle im Inneren des Geräts, die z.B. durch Kondensation eingedrungen sind.

UV-C-Reinigung

Moderne Trockenboxen für Hörgeräte haben ein UV-Licht implementiert, welches durch die UV-Strahlung Keime und Bakterien auf dem Hörgerät abtötet und eine desinfizierende Wirkung auf das Hörgerät hat.

Reinigungstabletten

Hörgeräteträger mit einer klassischen Hörgeräteversorgung entfernen am besten mindestens einmal pro Woche die Ohrpassstücke von ihrem Hörgerät. Um eine gute Hygiene und eine optimale Reinigung zu gewährleisten, empfiehlt sich die Nutzung von Reinigungstabletten für Ohrpassstücke.

 

Airball/Puster

Ein Airball/Puster ist ein kleiner Ball, der wie eine Luftpumpe funktioniert. Man setzt den Airball an den Schallschlauch an und „pustet“ mit leichtem Druck Luft hinein. So werden mithilfe des Airballs die gereinigten Ohrpassstücke von Wasserrückständen im Schallschlauch befreit, sodass der Schall vom Hörgerät wieder ungehindert ins Ohr übertragen werden kann. Der Airball ist vor allem für die manuelle Trocknung nützlich – für eine besonders gründliche Trocknung sollte zusätzlich eine Trockenbox verwendet werden.

Antibakterielles Reinigungsspray

Für die äußere Desinfektion und die allgemeine Hygiene am Hörgerätegehäuse empfehlen wir die tägliche Nutzung von Reinigungssprays. Wichtig: Verwenden Sie niemals Desinfektionssprays aus der Putzmittelabteilung für Haushalte – diese enthalten oft aggressive Inhaltsstoffe, die nicht in Hautkontakt kommen sollten.

Batterien für Hörgeräte

Hörgerätebatterien sind DAS Zubehör für Hörgeräte und zwingend notwendig für den Gebrauch. Lange Zeit waren Batterien die beste Lösung als Stromversorgung für Hörgeräte, da sie trotz einer geringen Größe die beste Leistung im Vergleich zu den meist größeren Akkus erbracht haben. Als Nachteil müssen Sie regelmäßig ausgetauscht werden und sind nur einmalig verwendbar. Da für Hörgeräte ausschließlich Zink-Luft-Batterien verwendet werden, gelten diese zudem als Sondermüll und sind entsprechend umweltbelastend.

Wie lange halten Hörgerätebatterien?

Die Lebensdauer der Hörgerätebatterien hängt von grob drei Faktoren ab:

  1. Batteriegröße und somit unterschiedliche Leistung und Kapazität.
  2. Tragedauer der Hörgeräte pro Tag
  3. Häufigkeit und Intensität der Nutzung von erweiterten Funktionen (Bluetooth, Binaurales Telefonieren, automatische Hörprogramme)

In der Hörakustik sind vier verschiedene Batterieformen erhältlich. Diese sind mit Zahlen und Farben gekennzeichnet. Bei einer Tragedauer von ca. 15h am Tag halten diese etwa:

 

10er Batterie gelb
ca 2-5 Tage

312er Batterie braun
ca 5-7 Tage

13er Batterie orange
ca 10-14 Tage

675er Batterie blau
ca 14-20 Tage

Wiederaufladbare Hörgeräte mit Akku

Akkus haben den wesentlichen Vorteil gegenüber Batterien, dass sie nach Gebrauch nicht entsorgt werden müssen, sondern einfach wieder aufgeladen werden können. Gleichzeitig entfällt der häufige Batteriewechsel, der gerade älteren Personen oft große Schwierigkeiten bereitet.

Obwohl Hörgeräte mit Akkus einen höheren Anschaffungspreis haben, lohnen sie sich auf Dauer durch den Wegfall laufender Kosten, einen weitaus höheren Komfort in der Handhabung und einer geringen Umweltbelastung. Ein Akkuhörgerät wird abends einfach in die Ladestation gelegt und ist morgens wieder voll aufgeladen. Moderne Hörgeräte-Akkus bieten eine sichere Laufzeit über den ganzen Tag. Wer  auf Nummer sicher gehen will, kann den Schnelllademodus von mobilen Ladestationen nutzen. Die Gefahr des „plötzlich leeren Hörgeräts“ reduziert sich auf ein Minimum.

Premium Akku-Hörgeräte von Optimus Hearing

Ein gutes Beispiel für ein hochwertiges Akkuhörgerät ist die Hörgerätemarke Optimus Hearing, deren Hörgeräte die neueste Generation von Akkus und Konnektivität-Funktionen nutzen.

Alle 6 Jahre ein neues Hörgerät

Unabhängig davon, ob Ihr aktuelles Hörgerät noch voll funktionsfähig ist oder nicht, haben Sie alle sechs Jahre das Anrecht auf einen erneuten Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse für ein neues Hörgerät.

Bei privaten Versicherungen werden sogar schon alle 5 Jahre neue Hörgeräte finanziell bezuschusst.

Unser Tipp: Nehmen Sie diese Möglichkeit unbedingt wahr!

Selbst wenn Sie mit Ihrem jetzigen Hörgerät grundsätzlich zufrieden sind: Die Hörgerätetechnik macht jedes Jahr riesige Sprünge, ganz zu schweigen von der technischen Entwicklung in fünf bis sechs Jahren. Gehen Sie daher unbedingt zu einem Hörgeräteakustiker in Ihrer Nähe und testen Sie neue Hörgerätemodelle aus. Auch wenn Sie kein Interesse an innovativen Funktionen wie der Verknüpfung mit Ihrem Smartphone, Fernseher oder Fernsprecheinrichtung haben, können neue Hörgeräte Ihnen eine wesentlich bessere Klangwelt ermöglichen. Diese Chance sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Ihr altes Hörgerät müssen Sie dabei natürlich nicht hergeben, ganz im Gegenteil: Bei einer neuen Versorgung mit Hörgeräten bereitet Rhein-Neckar-Akustik Ihre alten Hörgeräte kostenfrei für Sie auf, damit Sie immer die Sicherheit haben auf Ersatz zurückzugreifen, sollte mit ihren Hörgeräten mal etwas passieren.

Wie beantrage ich ein neues Hörgerät?

Die Beantragung eines neuen Hörgeräts bzw. dem erneuten Zuschuss durch die gesetzliche Krankenkasse ist denkbar einfach: Die meisten Krankenkassen verlangen für eine Folgeversorgung nach 6 Jahren keine weitere Verordnung vom HNO-Arzt. Sie vereinbaren lediglich einen kostenlosen Hörtest bei Ihrem Hörakustiker, entscheiden sich nach einer gründlichen Beratung und Probe für ein neues Hörgerät und wickeln die Beantragung des Krankenkassenzuschusses wie gewohnt über den Hörakustiker ab. Lediglich die Einmalzahlung von 10 Euro pro Ohr sowie der jeweilige Eigenanteil für ein Hörgerät außerhalb des Nulltarifs fällt erneut an.

 

Beratungstermin für Ihr Hörgerät

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