Hörverlust & Schwerhörigkeit – Ursachen, Symptome und Lösungen

Ob Schwerhörigkeit, Hörverlust, taub werden oder Hörminderung – viele Begriffe für eine Tatsache: Plötzlich wird die Welt leiser. Trotz einer weit verbreiteten Annahme betrifft es nicht nur ältere Personen und kann viele Ursachen haben. Erfahren Sie jetzt, welche Gründe es für Hörverlust gibt und was man dagegen tun kann.

Welche Schweregrade von Hörverlust gibt es?

leichtgradige Hörminderung

leise Geräusche werden nicht mehr gehört, in Umgebung mit Hintergrundgeräuschen bereitet es Schwierigkeiten, Sprache zu verstehen

mittelgradige Hörminderung

leise und mittellaute Geräusche werden nicht gehört, es bereitet große Schwierigkeiten, Sprache bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen

starke Hörminderung

normale Gespräche müssen sehr laut geführt werden, Gespräche in Gruppensituationen sind nur noch mit viel Anstrengung überhaupt möglich

hochgradige Hörminderung

es werden nur noch sehr laute Geräusche überhaupt gehört, Kommunikation ohne Hörgeräte ist nicht mehr möglich

Welche Arten von Hörverlust gibt es und wie wird er gemessen?

Obwohl Betroffene oftmals sehr ähnliche Symptome zeigen, gibt es viele verschiedene Arten von Hörverlust. Für die optimale Therapie und ein passendes Hörgerät ist die korrekte Diagnose des Hörverlusts daher sehr wichtig. Ein Hörverlust wird prinzipiell in drei Kategorien aufgeteilt und kann sich bei Betroffenen auf folgende Arten manifestieren:

Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Der eingehende Schall wird vom Mittelohr nicht korrekt an das Innenohr übertragen. Betroffene empfinden dies typischerweise als Lautstärkeverlust. Bei dieser Form des Hörverlusts werden Geräusche allgemein als zunehmend leiser empfunden, weil der Schall von außen über die Gehörknöchelchenkette schwächer ans Innenohr übertragen wird.

Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Der eingehende Schall erreicht das Innenohr, wird dort jedoch fehlerhaft bzw. unvollständig verarbeitet, sodass Betroffene die Töne als verändert wahrnehmen. Einzelne Frequenzen werden leiser, lauter oder verzerrt gehört. Es gibt verschiedene Formen dieser „Fehlhörigkeit“:

Hörverlust von hohen Tönen

Ein beginnender Hörverlust macht sich oft durch eine Hochtonschwerhörigkeit bemerkbar. Hohe Geräusche wie Frauen- und Kinderstimmen, Vogelgezwitscher oder auch Zischlaute wie „S“, „T“ oder „F“ werden zunehmend überhört. Die Hörumgebung klingt insgesamt dumpfer.

Obwohl Geräusche nicht als leise wahrgenommen werden, fällt es Betroffenen zunehmend schwerer sie richtig zu interpretieren. Ein Hochtonverlust bzw. Verständnisverlust fällt vor allem bei Gesprächen oder dem Hören von Fernseh- und Radiosendungen auf, weil die Botschaften nicht mehr richtig verstanden werden. Ein Hochtonverlust geht automatisch mit einem Diskriminationsverlust einher. Es fällt schwer, zwischen Geräuschen und Sprachlauten zu unterscheiden, einige Betroffene können besonders einsilbige Wörter oder Zahlen schlecht verstehen.

Hörverlust von mittleren Tönen

Eine Mitteltonschwerhörigkeit tritt oft sehr früh und aufgrund von genetischer Fehlbildung auf und erschwert für die Betroffenen viele Bereiche das Alltags, sodass sie meist schnell erkannt wird. Die meisten Stimmen bewegen sich im Mitteltonbereich, sodass selbst klare Sprache kaum verstanden wird.

Hörverlust von tiefen Tönen

Eine Tieftonschwerhörigkeit zeigt sich vor allem darin, dass Basstöne bei Musik oder Geräusche mit starkem Hintergrundlärm nicht mehr gut wahrgenommen werden. Auch Gruppenunterhaltungen werden zunehmend anstrengend. Tieftonverluste entstehen oftmals mit einem Hörsturz.

Schallwahrnehmungs-Schwerhörigkeit

Eingehende Töne werden vom Hörsinn zwar korrekt erfasst und verarbeitet, können im Gehirn jedoch nicht mehr richtig interpretiert werden. Betroffene hören daher fast alle Geräusche, sind jedoch nicht in der Lage, den Sinn zu verstehen. Dieser Hörverlust ist schwieriger zu therapieren, da die Ursache kein eigentlicher Hörverlust ist, sondern neurologische oder psychologische Gründe hat.

Messverfahren für Hörverlust

Um herauszufinden, welche Art von Hörverlust tatsächlich vorliegt und den Betroffenen bestmöglich zu helfen, gibt es verschiedene Messverfahren:

Tonaudiometrie – der klassische Hörtest

Die Hörschwellenmessung, auch Tonaudiometrie genannt, ist der am meisten durchgeführte Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörakustiker. Über Kopfhörer werden dem Patienten Töne in verschiedenen Frequenzen und Lautstärken vorgespielt, woraufhin dieser eine Rückmeldung abgibt, wie gut er den Ton gerade eben erst hört. Oft wird bei diesem Test auch die Unbehaglichkeitsschwelle gemessen, um die Empfindlichkeit des Patienten gegenüber lauten Tönen festzuhalten. Der Hörtest dauert insgesamt etwa 5-10 Minuten.

Hierbei  erstellt der Akustiker eine persönliche Hörkurve in Form eines Audiogramms. Darauf lässt sich genau erkennen, in welchen Frequenzen der Hörsinn des Patienten Schwächen aufweist.

Knochenleitungsmessung – direkt an das Innenohr

Eine Knochenleitungsmessung ist eine Abwandlung des normalen Hörtests. Statt über Kopfhörer werden die Töne über den Schädelknochen direkt an das Innenohr übertragen – der restliche Ablauf des Hörtests ist identisch. Liegt eine Differenz zwischen der Luft- oder Knochenleitung vor, weist dies auf eine Schädigung des Mittelohrs hin. Die Knochenleitungsmessung ist nicht-operativ und schmerzfrei für den Patienten.

Der Hörtest bei Rhein-Neckar-Akustik

Welche Ursachen gibt es für Schwerhörigkeit und Hörverlust?

Ein Hörverlust kann viele Ursachen haben und entsteht oft durch die Kombination verschiedener Faktoren. Wir haben Ihnen die häufigsten Gründe zusammenfasst:

Hörverlust durch Alter

Die Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) ist die häufigste Ursache für einen Hörverlust und beginnt meistens ab einem Alter von 40-70 Jahren. Als natürliche Verschleißerscheinung fängt sie oft schleichend an und wird von den Betroffenen erst später bemerkt. Der Hauptgrund für die Verschlechterung des Hörsinns ist der Verlust bzw. die Beschädigung der inneren Haarsinneszellen – diese sind maßgeblich für die Schallübertragung an den Hörnerv zuständig und können sich bei Beschädigung nicht regenerieren.

Wird der Hörverlust rechtzeitig erkannt und mit einem gut angepassten Hörgerät ausgeglichen, können Betroffene bis ins hohe Alter eine fast natürlich Hörleistung beibehalten. Wird eine Altersschwerhörigkeit zu spät behandelt, bleiben manche Frequenzen dauerhaft verloren, da das Gehirn sie trotz Hörgerät nicht mehr richtig interpretieren kann und das Sprachverstehen erleidet dadurch irreparable Verluste.

Verstopfung des Gehörgangs

So banal es auch klingt: Wird der Gehörgang durch angestautes Ohrenschmalz oder einen Fremdkörper wie Wasser, Staub oder Insekten verstopft, kann sich das enorm auf den Hörsinn auswirken. Mitunter spüren Betroffene den Fremdkörper selbst über einen langen Zeitraum nicht und riskieren damit weitere Schäden. Von einem Reinigungsversuch mit Ohrenstäbchen, Pinzetten oder anderen Hausmitteln in Eigenregie ist dringend abzuraten – zu schnell sind die filigranen Gehörgänge dauerhaft beschädigt.

Die Beseitigung der Verstopfung sollte unbedingt durch einen HNO-Arzt durchgeführt werden.

Verletzungen des Ohrs

Ein plötzliches Knalltrauma oder permanente Lärmbelastung kann für eine kurzzeitige oder anhaltende Hörminderung sorgen. Grund dafür ist eine Überbelastung der sogenannten Haarsinneszellen im Innenohr, die im Normalfall den Schall „auffangen“ und als Signal an den Hörnerv weiterleiten. Bei hoher Lautstärke oder Dauerbelastung kann es passieren, dass diese Haarsinneszellen abbrechen und verschleißen und daher kein Signal mehr empfangen können. Die Hörleistung wird dadurch dauerhaft geschädigt.

Auch durch eine Trommelfellverletzung kann ein Hörschaden eintreten. Durch unsachgemäße Gegenstände im Ohr oder eine plötzliche Änderung des Umgebungsdrucks, wie Explosionen, Schlägen auf das Ohr wie z.B. einer „Ohrfeige“ oder bei Flügen, kann das Trommelfell Risse oder Löcher erleiden. Diese heilen bei guter Behandlung meistens von alleine, können in schweren Fällen jedoch zu dauerhaften Schäden führen.

Betroffene sollten bei Verdacht auf eine Trommelfellverletzung unvermittelt ihren HNO-Arzt aufsuchen, um weitere Infektionen und Folgeverletzungen zu verhindern.

Ohrkrankheiten

Ein Hörsturz ist vergleichbar mit einer Art „Infarkt im Ohr“ und tritt durch Durchblutungsstörungen, Lärm, Stress, Herz- und Stoffwechselkrankheiten, Viruserkrankungen, oder Ohrinfektionen auf und manifestiert sich durch einen plötzlich auftretenden Hörverlust, in vielen Fällen nur auf einer Seite. Ein Hörsturz heilt in vielen Fällen durch eine Behandlung der Ursache sowie ausreichende Ruhe von alleine ab – bis zu 60-90 Prozent der Patienten haben keine Folgeschäden.

Mittelohrentzündung

Eine Mittelohrentzündung kann meistens mit Antibiotika behandelt werden, führt in schweren Fällen jedoch zu dauerhaften Hörverlusten, weil die empfindliche Gehörknöchelchenkette   beschädigt wird. Mitunter kann als Folgeerkrankung ein Tuben bzw. Paukenerguss auftreten, der durch eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr weitere Beschwerden und Komplikationen verursacht.

Tumor am Hörnerv (Akustikusneurinom, AKN)

Obwohl ein Tumor am Hörnerv in den meisten Fällen gutartig ist und damit nicht zu den Krebsgeschwülsten zählt, kann er große Probleme verursachen, wenn durch das Wachstum der Gehörgang verletzt wird. Die Symptome ähneln oft einem Hörsturz: Betroffene leiden unter einseitigem Hörverlust, Tinnitus, Schwindel oder Druckgefühlen. Je nach Lage muss ein Akustikusneurinom operativ entfernt werden.

Tinnitus

Ohrensausen, Piepen, Pfeifen, Brummen, Rauschen – ein Tinnitus äußert sich bei jedem Betroffenen anders und kann viele Ursachen haben. Dauerhafte Lärmbelastung, Stress oder Folgeschäden einer Entzündung sind die häufigsten Gründe. Ein Tinnitus kann nicht immer vollständig behandelt werden, lässt sich durch Hörgeräte jedoch lindern.

Neurologische Ursachen: Schlaganfall, Gehirnblutung

Da die Verarbeitung und Interpretation von Tönen im Gehirn stattfinden, wirken sich neurologische Erkrankungen oft auch auf die Hörleistung aus. Durch einen Schlaganfall oder eine Gehirnblutung kommt es daher oft durch temporäre oder dauerhafte Hörverluste.

Otosklerose (Verknöcherung der Gehörknöchelchenkette)

Die winzigen Gehörknöchelchen im Ohr können nur korrekt funktionieren, indem sie flexibel bleiben. Tritt eine Verkalkung oder Verknöcherung auf, werden Schallwellen nicht mehr richtig übertragen – die Hörleistung verringert sich. Die Krankheit hat vermutlich genetische oder hormonelle Ursachen und tritt relativ häufig auf. Die Heilungschancen durch eine Operation sind gut. Hierbei wird die Gehörknochelchenkette teilweise oder ganz durch dafür vorgesehene Implantate ersetzt.

Genetische Veranlagung (hereditäre Schwerhörigkeit)

Eine angeborene Schwerhörigkeit ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen, weswegen Neugeborene so früh wie möglich einem speziellen Hörtest unterzogen werden (Neugeborenenhörscreening). Hierbei hat sich gezeigt, dass ca. 1 von 1000 Neugeborenen einen Hörverlust aufweist.  Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt und variieren von Person zu Person.

Stress und psychologische Ursachen

Chronischer, starker Stress im Privat- und Berufsleben oder Depressionen können auf Dauer zu einer Schwerhörigkeit führen. Durch die damit verbundenen körperlichen Begleiterscheinungen wie z.B. Bluthochdruck können die empfindlichen Bestandteile des Ohrs Schaden nehmen und zu Symptomen wie Tinnitus, Entzündungen oder Hörverlusten führen.

Nebenwirkung von Medikamenten

Da das komplexe Innenohr nicht nur aus mechanischen Bestandteilen besteht, sondern auch auf eine gesunde Durchblutung und natürliche Flüssigkeit angewiesen ist, können bestimmte Medikamente das Hörsystem dauerhaft schädigen. In hohen Dosen können Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen für einen vorübergehenden Hörverlust sorgen. Dauerhafte Schäden werden vor allem von sogenannten „ototoxischen Medikamenten“ ausgelöst, die gegen Krebserkrankungen und bakterielle Infektionen eingesetzt werden.

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Wie kann man Schwerhörigkeit vorbeugen oder verhindern?

Wer frühzeitig Verantwortung für sein Gehör übernimmt und ein paar simple Vorsichtsmaßnahmen einhält, kann sich vor einigen Arten des Hörverlustes bewahren und einen beginnenden Hörverlust in manchen Fällen verringern.

Vermeiden Sie starken und dauerhaften Lärm

Dies betrifft nicht nur die Klassiker wie laute Musik über Kopfhörer, Konzerte oder Baustellenlärm: Schon der Lärmpegel in einem Großraumbüro, spielenden Kindern oder auch der Bohrer beim Zahnarzt kann das Gehör nachhaltig schädigen. Gehen Sie Lärmquellen aus dem Weg oder tragen Sie Ohrstöpsel.

Schützen Sie Ihr Ohr vor Druck, Wasser und Schmutz

Um eine Trommellfellverletzung zu vermeiden, sollten Sie jegliche Einwirkung darauf vermeiden, ob durch Umgebungsdruck oder Fremdkörper. Dies betrifft Flugreisen, Bade- und Tauchausflüge oder der Aufenthalt in staubiger und sandiger Umgebung. Spezielle Ohrstöpsel schützen das Trommelfell, ohne die Schallübertragung völlig zu blockieren.

Lernen Sie die korrekte Ohrhygiene

Die meisten Ohrverletzungen entstehen durch eine zu grobe Ohrreinigung durch den Betroffenen selbst. Wattestäbchen gehören nicht ins Ohr! Ebenso wie Nadeln, Pinzetten oder sonstige Gegenstände. Das Ohr ist, wie Auge und Nase, in den meisten Fällen selbstreinigend. Reinigen Sie die Ohrmuschel mit warmem Wasser und einem weichen Tuch. Fällt Ihnen eine vermehrte Produktion von Ohrenschmalz auf, lassen Sie sich von Ihrem HNO-Arzt untersuchen und Ihr Ohr ggf. professionell reinigen.

Lassen Sie Ihre Ohren regelmäßig untersuchen

Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim HNO-Arzt ist für Ihr Gehör genauso wichtig wie der Gang zum Augen- oder Zahnarzt. Selbst ohne Beschwerden sollten Sie Ihre Ohren spätestens alle 2 Jahre untersuchen lassen.

Vermeiden Sie Dauerstress

Chronischer Stress wirkt sich auf fast alle Bereiche des Körpers negativ aus, nicht zuletzt auf Ihr Gehör. „Hören“ Sie auf Ihr Gefühl und nehmen sich regelmäßig eine Auszeit, um zu entspannen.

Achten Sie auf Nebenwirkungen von Medikamenten

Auch alltägliche Medikamente wie Ibuprofen oder Antibiotika können sich negativ auf ihr Gehör auswirken. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt und Apotheker gezielt auf erwiesene Nebenwirkungen an und fragen Sie nach alternativen Medikamenten.

Achten Sie auf die kleinste Veränderung Ihres Gehörs

Sie selbst sind Ihr stärkster Verbündeter gegen Hörverlust – achten Sie daher frühzeitig auf Auffälligkeiten in Ihrer Wahrnehmung und machen bei Zweifeln einen kostenlosen Hörtest bei einem Akustiker. Je früher ein Gehörschaden festgestellt wird, desto besser kann man ihn behandeln.

Kein Risiko eingehen

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Symptome von Hörverlust erkennen

Da ein Hörverlust oft sehr langsam beginnt, „verschleiert“ unser Gehirn die veränderte Hörsituation, sodass Betroffene keinen Unterschied in Ihrer Hörleistung bemerken. Es gibt jedoch viele Begleiterscheinungen, die ebenfalls auf einen Hörverlust hindeuten können.

Falls Sie sich in einer oder mehreren der folgenden Aussagen wiederfinden, empfehlen wir Ihnen, einen kostenlosen Hörtest zu machen:

In Gesprächen

  • Sie haben Schwierigkeiten, Kinder- und Frauenstimmen zu verstehen? Oder umgekehrt, Verständnisprobleme im Gespräch mit Männern?
  • Bei Unterhaltungen mit mehreren Personen fällt es Ihnen schwer, dem Gesprächsverlauf zu folgen? Bestimmte Personen der Gruppe klingen wesentlich leiser als andere?
  • Bei Gesprächen mit Hintergrundgeräuschen (Verkehrslärm, Restaurant) können Sie Ihr Gegenüber nicht mehr verstehen?
  • Selbst in ruhiger Umgebung haben Sie wiederholt das Gefühl, dass Ihr Gesprächspartner nicht deutlich redet oder nuschelt?
  • Sie müssen andere Personen auffallend oft darum bitten, sich zu wiederholen? Alternativ: Ihr Gesprächspartner bittet Sie oft um eine Wiederholung des Gesagten, weil Sie selber undeutlich sprechen?

Subtile Symptome

  • Sie fühlen sich oft müde und gedanklich ausgelaugt, vor allem nach längeren Gesprächen oder gesellschaftlichen Anlässen?
  • Sie haben Probleme, sich in akustisch anstrengenden Situationen zu konzentrieren oder bekommen schnell Kopfschmerzen?
  • Es fällt Ihnen zunehmen schwerer, sich an Informationen aus Gesprächen oder Radio- und Fernsehsendungen zu erinnern?
  • Sie entschuldigen sich immer öfter von gesellschaftlichen Anlässen, da Ihnen diese zu anstrengend vorkommen?

Wahrnehmung von Geräuschen

  • Sie können Geräusche aus der Distanz wesentlich schlechter hören als andere Personen in Ihrer Nähe?
  • Sie haben Probleme, die Richtung eines Geräuschs einzuschätzen, zum Beispiel im Verkehr?
  • Wenn Sie Musik hören, klingt diese dumpf, ungewohnt oder verzerrt?
  • Ihr Fernseher, Radio oder Musikplayer kommt Ihnen immer leiser vor, obwohl sich andere Personen über die Lautstärke beschweren?
  • Sie überhören regelmäßig alltägliche Geräusche wie Wecker, tropfende Wasserhähne, Türklingeln oder Spülmaschinen?
  • Selbst wenn Sie bewusst auf ein Geräusch achten, können Sie es nicht richtig hören oder nicht identifizieren?

So erkennen Sie Hörverlust bei anderen

Anhand welcher Symptome kann man feststellen, ob jemand wirklich schlecht hört oder nur unaufmerksam ist? Falls Sie bei einem Bekannten folgende Verhaltensweisen feststellen, sollten Sie Ihn taktvoll auf einen potenziellen Hörverlust hinweisen:

  • Die Person wird zunehmend unsozialer, stiller und verwirrter.
  • Fernseher, Radio und Musikanlagen sind sehr laut eingestellt und die Lautstärke wird auch für Gespräche nicht reduziert.
  • In Gesprächen werden Aussagen von Kindern oder Frauen mit hohen Stimmen oft selektiv ignoriert. Umgekehrt auch für Männerstimmen möglich.
  • Die Person kommt bei Gesprächen kontinuierlich näher und dreht unbewusst den Kopf zur Seite, um besser zu hören.
  • Die Person gibt wiederholt unlogische Antworten auf Fragen. Alternativ: Es treten sehr oft Missverständnisse zu Informationen aus mündlichen Absprachen auf.
  • Die Person reagiert auf Fragen oft nur mit einem Nicken, ohne wirklich zu antworten.
  • Die Person spricht wiederholt sehr laut, auch wenn es keine Umgebungsgeräusche gibt.
  • Die Person hält vermehrt Augenkontakt bei Gesprächen und reagiert ohne Augenkontakt nicht / stark verzögert auf Ansprache.
  • Die Person überhört regelmäßig die Türklingel oder das Telefon.
  • Die Person überhört hohe Geräusche wie Vogelgesang oder Katzenmiauen.

„Ich höre noch alles!“ Fast jeder von uns kennt einen hartnäckigen Hörverlust-Leugner. Doch obwohl mehr als 2,22 Millionen Personen in Deutschland ein Hörgerät tragen, weigern sich manche Betroffene, die eigene Einschränkung zuzugeben. So sprechen Sie Personen taktvoll auf einen potenziellen Hörverlust an:

Hörverlust richtig ansprechen

Wählen Sie den richtigen Ansprechpartner: Selbst wenn Ihnen der Hörverlust einer anderen Person zuerst auffällt, sollte vielleicht eine nähere Bezugsperson das Thema ansprechen, weil sie besser zu dem Betroffenen durchdringt.

Sprechen Sie alleine mit dem Betroffenen: Auch wenn der Hörverlust in der Gruppe am meisten auffällt, stellen Sie den Betroffenen nicht vor anderen Personen bloß. Finden Sie einen ruhigen Moment und sprechen die Person alleine auf Ihre Vermutung an.

Legen Sie sich Argumente zurecht: Versuchen Sie, allgemeine Aussagen zu vermeiden und notieren sich einige bestimmte Situationen, in denen Ihnen der Hörverlust der Person besonders aufgefallen ist (s. unsere Checkliste).

Unser Tipp: Lassen Sie sich von dem Betroffenen zu Ihrem eigenen Hörtest begleiten und nutzen Sie die Erfahrung Ihres Hörgeräteakustikers in der Ansprache von Personen mit Hörverlust!

Der richtige Umgang mit schwerhörigen Personen

Achten Sie auf Ihre Aussprache: Sollte der Betroffene noch kein Hörgerät haben oder es gerade nicht tragen, sprechen Sie langsam und deutlich. Artikulieren Sie besonders kurze Wörter deutlich aus und halten Sie nach Möglichkeit Augenkontakt mit der Person.

Bieten Sie Ihre Hilfe an: Ob die Fahrt zum Akustiker oder HNO-Arzt, Notizen zu Symptomen oder optische Beratung beim Hörgerätekauf – viele Personen sind froh, wenn ihnen jemand beim Thema Hörverlust die Scheu vor dem Unbekannten nimmt.

Bleiben Sie positiv: Viele Betroffene reagieren mit Leugnung und Rückzug, wenn Sie eines Hörverlusts „beschuldigt“ werden. Drängen Sie der Person nicht in eine Ecke oder zwingen Sie sie zu einem Eingeständnis.

Wählen Sie Humor mit Bedacht: Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Nicht jede Person kann über den eigenen Hörverlust lachen, besonders nicht in der ersten Zeit. Zeigen Sie Verständnis und nehmen Sie Rücksicht auf etwaige Gefühlsschwankungen.

Lässt sich Schwerhörigkeit ohne Hörgerät verbessern?

Einen dauerhaften Hörverlust kann man ohne Hörgerät nicht korrigieren. Leiden Sie jedoch unter einem temporären Hörverlust, sollten Sie zunächst die Ursache behandeln lassen. Oftmals führt dies schon zu einer Verbesserung der Hörleistung.

  • Kurieren Sie jegliche Krankheiten aus, die das Gehör beinträchtigen,
  • Schließen Sie Fremdkörper, Wasser und Schmutz im als Ursache aus.
  • Lassen Sie eine professionelle Ohrenreinigung von Ihrem HNO-Arzt vornehmen.
  • Vermeiden Sie Stress und Lärmbelastung.
  • Lassen Sie psychische Ursachen untersuchen.
  • In seltenen Fällen lassen sich Fehlbildungen des Ohrs operativ behandeln.

Wie helfen Hörgeräte gegen Hörverlust?

Ein Hörgerät hat eine größere Wirkung als einer Erhöhung der allgemeinen Lautstärke. Ein modernes Hörgerät verbessert Ihre Hörleistung gleich in mehreren Bereichen:

  • Je nach Art des Hörverlusts wird die Lautstärke auf ein natürliches Maß erhöht – Geräusche klingen wieder klar und verständlich
  • Störgeräusche werden herausgefiltert, sodass relevante Töne wie Stimmen, Musik und Richtungstöne wieder deutlich erkannt werden und das selektive Hören und Richtungshören aktiv bestehen bleibt.
  • Komplexe Hörverluste werden gezielt erkannt und vom Hörgerät ausgeglichen, indem einzelne Frequenzen getrennt und individuell verstärkt bzw. abgemindert werden.
  • Zur Linderung von Tinnitus können Hörgeräte auch zusätzliche Töne einspielen, die die Lebensqualität der Betroffenen verbessern
  • Hörgeräte trainieren das Gehirn, um Geräusche kontinuierlich richtig zu erkennen. Daher ist das regelmäßige Tragen von Hörgeräten so wichtig, da manche Frequenzen sonst „vergessen“ werden können.

Hörgeräte ermöglichen dem Träger ein normales, soziales Leben, welches mit einem Hörverlust nicht mehr möglich wäre. Gespräche, Telefonate, Orientierung im Verkehr, subtile Warngeräusche oder der Klang von Musik. Würden Sie darauf verzichten wollen?

Perfekt vorbereitet für den Hörtest beim Akustiker

Übernehmen Sie jetzt die Verantwortung für Ihr Gehör und bereiten Sie sich optimal auf die anstehende Beratung beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker vor.

Beobachten Sie sich selbst: Nutzen Sie unsere Checkliste und notieren sich im Alltag jede Situation, die Ihnen auffällt. Fragen Sie auch Freunde oder Verwandte, ob ihnen eine der oben genannten Verhaltensweisen an Ihnen aufgefallen ist. Diese Information kann für Ihre individuelle Diagnose sehr hilfreich sein.

Lassen Sie Ihren Gehörgang beim HNO-Arzt reinigen: Der klassische Hörtest wird über Kopfhörer durchgeführt. Für ein gründliches Testergebnis sollte Ihr Gehör daher nicht durch Ohrenschmalz oder andere Verunreinigungen beeinträchtigt werden.

Halten Sie Ihre Daten bereit: Die liebe Bürokratie – für einen reibungslosen Ablauf beim Hörakustiker halten Sie die Daten Ihrer Krankenkasse bereit, sodass der Antrag für Ihren Hörgerätezuschuss umgehend abgesendet werden kann.


Sie sind bereit für Ihren Hörtest? Dann vereinbaren Sie jetzt ganz einfach online einen Termin bei einer Rhein-Neckar-Akustik Filiale in Ihrer Nähe!

Das stimmt nicht: Hörgerät Mythen

Hörgeräte haben sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt. Trotzdem halten sich hartnäckige Vorteile beständig in vielen Köpfen fest. Wir räumen damit auf.

Fallen Sie nicht darauf rein: Diese Fakten sind falsch!

Ein Hörgerät lohnt sich nur bei starkem Hörverlust

Nein, ein Hörgerät lohnt schon bei geringen Beeinträchtigungen Ihres Gehörs und kann einer Verschlechterung entgegenwirken und die eigene Lebensqualität enorm verbessern.

Das Gehör wird nur schlechter / keine Therapie möglich.

Viele Arten des Hörverlustes lassen sich sehr wohl therapieren. Und selbst bei einer kontinuierlichen Verschlechtern mit fortschreitendem Alter kann ein Hörgerät den Zustand stetig ausgleichen.

Nur alte Menschen werden taub / Hörgeräte sind nur für alte Menschen

Ganz im Gegenteil. Dieses Vorurteil hält sich vor allem deshalb, weil viele Personen mittleren Alters sich einen Hörverlust nicht eingestehen und erst bei starken Beschwerden im höheren Alter zum Arzt gehen.

Hörgeräte sind groß, unbequem, piepen und hässlich

Dazu ein entschiedenes Nein. Moderne Hörgeräte sind winzig klein, nahezu unsichtbar, haben ein ästhetisches Design und mehr Funktionen als die neuesten Bluetooth-Kopfhörer. Selbst das günstigste Hörgerät ist technisch auf dem neuesten Stand und bietet dem Träger eine „piepfreie“ Übertragung.

Hörgeräte sind sehr teuer

Nur auf Anfrage. Als medizinisch notwendiges Gerät gibt es immer die Option auf ein kostenfreies Hörgerät über die Krankenkasse. Diese müssen alle modernen Standards erfüllen und sind eine gute Lösung für viele Betroffenen.

Wer Wert auf zusätzliche Funktionen legt, kann jedoch tatsächlich mehrere Tausend Euro für die Hörhilfen ausgeben. Mehr dazu hier: Hörgerät Preise

Billig Hörgeräte / online kaufen / one size fits all reicht aus

Erneut ein entschiedenes Nein. Online verfügbare Hörgeräte sind lediglich tragbare Verstärker und erreichen in keinem Fall die hochwertige Hörleistung, die ein individuell angepasstes Hörgerät von einem professionellen Hörgeräteakustiker bietet. Wir raten Ihnen dringend davon ab.

Hörgeräte verstärken nur Geräusche

Nein, Hörgeräte helfen bei jedem Hörverlust auf individuelle Art, das natürliche Gehör wiederherzustellen. Mehr dazu unter "Wie helfen Hörgeräte gegen Hörverlust"?

Hörgeräte helfen nicht bei Tinnitus

Doch, tatsächlich. Tinnitus entsteht unter anderem durch „überproportionales Verstärken der Resthörfahigkeit“. Das Hörorgan steht bei einem unversorgten Hörverlust permanent unter „Dauerstress“ und versucht mit Höranstrengung die Hörminderung zu kompensieren. Dadurch wird unter anderem der Tinnitus gepusht und tritt in den Vordergrund.

Der Erfahrung im Alltag hat allerdings gezeigt, dass die meisten Hörgeräteträger mit Tinnitus ihre Ohrgeräusche schon nach kurzer Tragedauer der Hörgeräte nicht mehr wahrnehmen. Der Grund dafür liegt darin, dass das Hörorgan mit Hörgerät wieder von außen die Reize abbekommt die es benötigt um gut zu verstehen und dass auch der permanete Dauerstress sowie die Höranstrengung durch das Hörgerät zurückgeht. 

Das Gehör wird mit Hörgerät schlechter/faul

Genau das Gegenteil ist der Fall. Hörgeräte helfen aktiv dabei, das Gehirn wieder an „verlorene“ Frequenzen zu gewöhnen und verhindern den deren Verlust.

Staunen statt Schämen: Interessante Fakten zu Hörgeräten

  • 2,22 Millionen Menschen ab 14 Jahren tragen ein Hörgerät
  • ca. 1 von 1000 Kindern hat einen Hörverlust
  • 81% der Lebensgefährten und Ehepartnern sind froh, dass ihr Partner ein Hörgerät trägt.
  • 83% sagen: „Seit ich Hörgeräte trage, hat sich meine Lebensqualität deutlich verbessert.“
  • 84% sagen: „Dank meines Hörgerätes kann ich wieder genauso Reisen wie ich will.“
  • 62% sagen, dass Hörgeräte für sie in ihrem Job sehr hilfreich sind.
  • 69,7 % sagen, dass die Beziehung zu ihrem Partner sich verbessert hat, seit sie Hörgeräte tragen.
  • 71% sagen: „Mit meinen Hörgeräten fühle ich mich deutlich sicherer.“
  • 78% haben wieder mehr Spaß an gemeinsamen Aktivitäten mit Freunden, seit sie Hörgeräte tragen.
  • 35,5 % sagen, dass sich ihr Liebesleben verbessert hat, seitdem sie Hörgeräte tragen.
  • 38,3 % sagen dass sich ihre körperliche Gesundheit verbessert hat.

Aus der Studie: „ Hören ist Leben von Hear the World 2011. Befragt wurden Hörgerätträger und ihre Partner und Familien.

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