Sport mit Hörsystem – Tipps vom Akustiker

Sommerzeit ist Hochsaison für Freizeitsportler. Laufen, Yoga, Mountainbiking … der Sommer bietet viele Gelegenheiten, rauszugehen und sich an der frischen Luft zu bewegen, aktiv zu sein und etwas für die Gesundheit und das Wohlbefinden zu tun. Ein Hörgerät kann dabei wertvoller Begleiter sein und die Aktivitäten mühelos unterstützen. Indem es nach wie vor so zuverlässig und einwandfrei funktioniert, wie man es vom Alltag her gewohnt ist. Es kann aber auch aus der Reihe fallen, zumal dann, wenn es schlicht an Halt verliert.

Nicht jedes etablierte Hörgerät ist von sich aus für sportliche Aktivitäten ausgelegt. Oftmals reichen schon ruckartige oder zumindest vom natürlichen Bewegungsablauf abweichende Bewegungsmuster, um das Hörgerät ins Rutschen zu bringen, spätestens beim Kopfstand oder bei verschiedenen Yogaübungen. Gut zu wissen: Es gibt einige gute Möglichkeiten, Hörgeräte – zumindest etwas – an die sportlichen Herausforderungen anzupassen. Mit einem klassischen Sport-Clip etwa ist dies für HdO-Hörsysteme, die hinter dem Ohr getragen werden, problemlos möglich. Sport-Clips lassen sich nachträglich als Zusatzbefestigung anbringen und verschaffen dem Hörgerät spürbar mehr Halt.

Beim Hörsystem-Kauf auf Sportlichkeit achten

Im Idealfall achten Sie bereits bei der Beratung durch Ihren Hörgeräteakustiker darauf, dass das Hörgerät über gute sportliche Eigenschaften verfügt. Und das sollte nicht nur die Haltungsnote betreffen, aber dazu später mehr. Moderne Hörsysteme sind in diversen Materialien erhältlich, die meist über griffige, nahezu rutschfeste Oberflächen verfügen, sodass sie stabilen Halt am bzw. im Ohr finden. Darüber hinaus ist insbesondere die Formgebung des Ohrpassstücke eben jene Stellschraube, an der Sie gemeinsam mit Ihrem Hörakustiker am meisten verändern und bewirken können. Im Idealfall entscheiden Sie sich für eine Otoplastik, denn damit erhalten Sie automatisch einen Maßanzug für die Technik.

Eine Otoplastik wird immer individuell angefertigt und stellt sozusagen ein anatomisches Pendant der Ohrform dar. Das verschafft Ihnen den maximal besten Halt im Ohr, bei allem Komfort. Denn natürlich stehen für eine echte Maßanfertigung der Otoplastik auch verschiedene Materialien zur Auswahl, so dass Sie genau die richtige Mischung aus weichem Tragekomfort und festen Sitz im Ohr erreichen können.

Je höher die Aktivität, desto bedeutender die Technik

Wenn Sie es gern etwas wilder angehen und zum Beispiel das Segeln hart am Wind lieben, oder das Windsurfen, Kiten, Radfahren oder Mountain Biking über Stock und Stein, wenn Sie also bei Wind und Wetter gern Tempo aufnehmen, dann fahren Sie gewiss mit den Hörsystemen der höheren Technikklasse am besten. Einfach aus dem Grund, weil sie ab der Mittelklasse über effektive Akustikfilter-Programme verfügen, die Ihnen mittels Windgeräusche-Unterdrückung (Windfilter) das Brausen und Pfeifen der Winde aus den Ohren nehmen. Mitunter verfügt das Hörsystem auch über frei programmierbare Akustikkanäle, die der Hörsystemträger im Bedarfsfall kurzerhand zuschalten kann. Wir Hörakustiker können diese Kanäle ganz individuell auf die sportlichen Anforderungen bzw. auf die üblichen Akustikprofile der Umgebungen (Windgeräusche, Wellenrauschen, etc.) abstimmen.

Hörsysteme mögen es trocken – ein generelles Problem?

Hörsystem tragende Wassersportler sollten zudem noch den Aspekt der drohenden Feuchtigkeit und Nässe in Betracht ziehen. Feuchtigkeit und Nässe sind generell ein Problem für die Hochleistungstechnik der Hörgeräte. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei modernen Hörsystemen um winzige Mini-Computer mit hochsensibler Mikrofon- und Lautsprechertechnik handelt. Nun sind die Hörsysteme der aktuellen Generation zwar in der Regel spritzwassergeschützt. Dennoch gilt: Dringt zu viel Feuchtigkeit oder Nässe in die Mikrofone, Hörer oder ins Batteriefach ein, kann diese schon alsbald zu Schäden an der Elektronik führen. Unser Tipp für Wassersportler: Informieren Sie sich über hoch wasserresistente Hörsysteme, die in einem hohen Maße schmutz- und wasserabweisend sind und die von daher für wassersportliche Aktivitäten besonders gut geeignet sind.

Nicht zuletzt gibt es bei jeder Sportart für Hörgeräteträger ein Kernproblem, das mit keiner nicht so raffinierten Technik abzuwenden wäre: der Schweiß. Aber natürlich kann sich der sportliche Hörgeräteträger auch dagegen wappnen, mit dem guten alten Schweißband auf der Stirn. Darüber hinaus empfehlen wir allen sportlichen Hörsystemträgern, ihre Hörsysteme nach dem Training in einer fachgerechten Trockenbox für Hörgeräte trocknen zu lassen (gegebenenfalls mit geöffneten Batteriefach und entfernter Batterie).

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