Komfortable Extras (Teil 1)

„Klein, aber oho!“ – „Weniger ist Mehr“ – „Mittendrin, statt nur dabei“ – was haben diese Redewendungen und Slogans gemeinsam? Sie eigen sich vorzüglich, um den Wert moderner Hörsysteme für den Hörgeräteträger auf den Punkt zu bringen. Moderne Hörgeräte stecken voller Hightech, und das natürlich nicht aus Selbstzweck, sondern um den Gebrauchswert für den Träger zu erhöhen. Das Verblüffende ist, dass Sie als Anwender ganz automatisch in den Genuss dieser Vorteile kommen bzw. kommen können, je nach Verfügbarkeit entsprechender Programmautomatik (siehe Teil 1) und Komfortfunktionen (Teil 2).

Auf mancher alten Fotografie sind sie noch zu sehen, die Hörgeräte der ersten Stunde: das „Hörrohr“ aus den Pionierzeiten der Hörakustik. Eine Mischung aus Stethoskop und Füllhorn, gerne auch zur „Hörmaschine“ verklärt. Im Grunde waren es kaum mehr als Hörverstärker, die das Gesagte mit Hilfe möglichst großer Schalltrichter einfingen und gebündelt zum Ohr leiteten. Und selbst die ersten technischen Hörgeräte boten, abgesehen von der kleineren Größe und kompakten Form, dem Hörgeräteträger nicht wesentlich mehr Funktionen oder gar bessere Leistungen, geschweige denn Komfort. „On-Off“ – ein simpler Ein- und Ausschalter war im Grunde alles, was es zu bedienen gab. Verglichen mit den Hörhilfen von damals, erscheinen die Hörsysteme von heute wie aus einer anderen Welt.

 

Wunderwerke fürs Wohlbefinden

Waren Hörgeräte anfangs noch ein pures Mittel zum Zweck, so leisten sie heute einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität. Aber natürlich steht der pure Zweck – das bestmögliche Hören und Verstehen – immer noch im Mittelpunkt der Hörgeräteversorgung, denn wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass die Qualität des Hörens und Verstehens das persönliche Wohlbefinden beeinflussen.

Gutes Hören stärkt die gesellschaftliche Teilhabe. Wer gut hört, kann aktiv und ungehemmt mit anderen kommunizieren, Freundschaften und Bekanntschaften pflegen, neue Kontakte knüpfen. Ohne Hemmnisse aufgrund von Hörschwierigkeiten.

Hören beeinflusst die seelische und geistige Balance

Gutes Hören trainiert das Gehirn. Wer gut hört, kann die Umgebung besser wahrnehmen, sich besser orientieren und sicherer bewegen. Hinzu kommt: Regelmäßige Stimulation der Hörsinne halten die fürs Hören zuständigen Hirnareale auf Trapp – gut für geistige Fitness und das Selbstvertrauen.

Gut aber auch für die körperliche Erholung, denn nur ein gutes Hörvermögen – auch mit Hilfe moderner Hörsysteme – verschafft uns akustischen Zugang zu entspannenden Klängen und wohltuenden Geräuschen, etwa zu Hause beim Musikhören oder draußen in der Natur.

Mit der neuesten Audio- und Mikrosystemtechnik ausgestattet, erbringen moderne Hörgeräte beeindruckende Leistungen und bieten zum Teil eine Hörqualität, die gerne mal über das natürliche Hören hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen dabei
• die Klangoptimierung für eine authentische Klangqualität
• und die Sprachanhebung für einwandfreies Sprachverstehen.

Programmautomatik für optimales Verstehen

Im Laufe der Hörgeräteentwicklung wurden viele gewinnbringende Technologien entwickelt, verbessert und etabliert. Alle zu erläutern, wäre an dieser Stelle zu viel des Guten, wir möchten uns auf einige der wichtigsten Programmfunktionen konzentrieren:

Die Umgebungserkennung (Hörsituationen)

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Brille mit Fernsicht- und Nahsichtbereich, aber auch mit Lupenfenster und automatischer Sonnenbrillentönung, mit integrierter Heizung und zuschaltbarer Scheibenwischfunktion. Eine Brille für alle Anforderungen. So ähnlich verhält es sich mit den Programmen zur Umgebungserkennung. Nach dem Motto „Zuhören – einfach gemacht“ werden je nach Hörgeräte-Leistungsklasse bis zu 7 verschiedene Hörsituationen automatisch identifiziert. Das heißt, dass sich das Hörgerät automatisch auf die situative Akustik einstellt und die Hörgeräte entsprechend nachjustiert, damit der Hörgeräteträger in jeder Situation problemlos hören und verstehen kann:

• Gespräch bei Störgeräuschen
• Gespräch in ruhiger Umgebung
• Gespräch in großer Gruppe
• Gespräch in kleiner Gruppe
• Geräuschvolle Umgebung
• Ruhige Umgebung
• Musik

 

Unter Störgeräusch sind Geräusche von außen zu verstehen. Hierzu zählt beispielsweise der Straßenlärm, der von Autos und Bussen verursacht wird, oder die Geräuschkulisse im Restaurant. In geräuschvoller Umgebung erhöht das Programm zum Beispiel moderat die Sprachlautstärke und dämpft die Störgeräusche für ein besseres Sprachverständnis.

Nicht alle Hörgeräte haben alle Programme an Bord; je höher die Leistungsklasse der Hörgeräte, desto umfangreicher die Ausstattung.

Die Lokalisierung (Audio-Fokus)

Hierunter zählen mikrofontechnische Funktionen zur Unterstützung der Sprachanhebung und Klangqualität.

Beispiele:
• Sprachfokus
• Räumliche Wahrnehmung
• Adaptive Lokalisierung
• Auto Focus / Auto Focus 360

Adaptive Lokalisierung bezeichnet zum Beispiel eine Systemfunktion des Mikrofons, die in der Lage ist, mehrere Störgeräuschquellen zu lokalisieren und zu unterdrücken und stattdessen die primäre Quelle/Sprachquelle zu fokussieren. Die Funktion Auto Focus 360 sorgt für eine gezielte Sprachanhebung, ganz unabhängig von der Richtung, aus der die Sprache kommt. Auch in Situationen mit sehr vielen Stör- und Nebengeräuschen in unterschiedlichen Lautstärken ist ein Gesprächspartner, eine Unterhaltung oder ein Redebeitrag sehr gut zu verstehen.

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