Hörsicherheit im Straßenverkehr

„Nachtigall, ick hör dir trapsen“ – fragt sich nur woher? Was dem Berliner Volksmund so locker-flockig von den Lippen kommt, dürfte für Millionen Deutsche ein ernstes Problem darstellen: das Richtungshören. Lesen Sie hier, warum das Richtungshören unsere Sicherheit im Straßenverkehr beeinflusst, zumal im Herbst und Winter, wenn es früh am Tage dunkel wird und schlechtes Wetter dazukommt. Wohl dem, der nicht nur scharfe Augen hat, sondern auch spitze Ohren – oder gute Hörgeräte.

Warum binaurales Hören (mit beiden Ohren) so wichtig ist

16:30 Uhr im Zentrum einer ganz normalen Stadt: brummende Motoren und röhrende Auspuffanlagen, dazu Busse und Lieferwagen, vorbeirauschende Motorradfahrer, nervös klingelnde Fahrradfahrer, surrende Elektro-Autos (wo kommt der plötzlich her?), unerwartet flotte E-Bikes und E-Roller (was sind die schnell, die Dinger!) … fehlt nur noch ein Martinshorn und das städtische Feierabendkonzert ist perfekt. Das unaufhörliche Rauschen unserer Städte hat viele Facetten und die motorisiertenGeräuschquellen sind unaufhörlich in Bewegung, nicht selten zu schnell. Das macht es doppelt gefährlich.

Sicheres Hören braucht zwei gesunde Ohren

Während Verkehrslärm für die meisten eine nervliche Belastung darstellt, so potenziert er sich für Menschen mit Hörminderung/Hörverlust zum Risiko für Leib und Leben. Der Grund dafür: mangelhaftes Richtungshören.Nur ein intaktes, gesundes Gehör mit zwei gleichermaßen gut funktionierenden Ohren, ermöglicht das räumliche Hören – das Erkennen, aus welcher Richtung Geräusche kommen bzw. Gefahren drohen.Menschen mit einseitigem Hörverlust sind besonders gefährdet, in Verkehrsunfälle verwickelt zu werden. Abhilfe schafft eine beidseitige Hörgeräteversorgung, bei der binaurale Hörsysteme digital mit einander gekoppelt sind und permanent in Echtzeit mit einander kommunizieren, in Bruchteilen von Sekunden. So wird das Gehirn mit zwei gleichstarken Schallquellen versorgt und kann darüber die Richtung und Entfernung einer Geräusch- bzw. Gefahrenquelle blitzschnell lokalisieren.

Schwerhörigkeit ist leider weit verbreitet

Laut Bundesinnung der Hörakustiker haben wir in Deutschland 5,4 Millionen Menschen mit einer festgestellten Schwerhörigkeit. Damit zählt Schwerhörigkeit zu den 10 häufigsten gesundheitlichen Problemen. Das Problem dabei: Rund 65 % der Menschen mit indizierter Schwerhörigkeit ignorieren ihren Hörverlust, weil sie kein Hörgerät tragen wollen.

Hinzu kommen diejenigen, die ebenfalls schlecht hören, sich dessen aber gar nicht bewusst sind. Ist die Zeitungslektüre eines Morgens zu verschwommen, hat man offensichtlich an Sehkraft verloren. Wenn das allmorgendliche Vogelgezwitscher ausbleibt, na dann scheinen die Vögel halt anderswo zu sein. Gelassenheit in der Einschätzung der eigenen Hörumgebung ist absolut nicht ungewöhnlich, und da sich altersbedingte Hörverluste schleichend vollziehen, bleibt die zunehmende Schwerhörigkeit meist sehr lange unbemerkt.

Die Krux bei alledem: Mit dem Alter verlieren wir nicht nur allmählich an „Hörkraft“ bzw. Hörvermögen, wir verlieren gleichsam auch an Reaktionsschnelligkeit.Jetzt werden manche sagen: „Danke, aber ich komme auch so zurecht“ oder „Bis jetzt ist noch alles gut gegangen“, und spätestens jetzt muss die Frage erlaubt sein: Warum hat der Mensch zwei Ohren? Weil es schicker aussieht? Wohl kaum, sondern weil sie nur paarweise der Orientierung und Lokalisierung von Gefahrenquellen dienen. So hat es die Evolution nun mal eingerichtet. Das mag man ignorieren oder überflüssig finden. Sich wundern, dass es knallt, darf man dann aber nicht.

Elektrisch angetriebene Autos, Motorroller und Tretroller werden das Unfallrisiko in Zukunft vermutlich noch erhöhen, denn die Akzeptanz der schadstoffarmen und vergleichsweise geräuscharmen E-Fahrzeuge steigt und steigt. Für Menschen mit unbehandelten bzw. unbemerkten Hörproblemen sind E-Mobile allerdings schlechter und dadurch später wahrnehmbar.

Herbstzeit ist Hörtestzeit

Vor allem im Herbst – sowohl die Jahreszeit, als auch das Lebensalter betreffend – ist unser Hörsinn extrem gefordert, wollen wir uns sicher durch die Straßen und dichten Verkehr bewegen. Dabei kommt es vor allem auf das Richtungshören an, also darauf, dass beide Ohren gleichermaßen gut funktionieren. Überprüfen können wir das gern gemeinsam, bei einem kostenlosen Hörtest. Sie können dazu zum HNO-Arzt gehen oder zu einem Hörakustiker in Ihrer Nähe, wichtig ist nur, es einfach zu tun. Aufschieben? Es gibt gar keinen Grund dafür: Ein Hörtest tut nicht weh, kostet nix und dauert auch nicht lange – schafft aber Klarheit, wie es ums eigene Hören & Verstehen bestellt ist und liefert wichtige Daten über das tatsächliche Hörvermögen. Schwarz auf Weiß.Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Menschen denken: „Schwerhörigkeit? Das betrifft mich nicht.“ Tatsächlich aber ist eine sehr große Zahl unserer Hörtest-Absolventen überrascht davon, dass sie doch schlechter hören, als angenommen.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf zur Terminabstimmung oder falls Sie Fragen haben.
Selbstverständlich dürfen Sie auch persönlich bei uns hereinschauen, wir sind gern für Sie da.

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