Wie Sie Hörgeräte im Winter vor Kälte schützen

Was haben Babys und Hörsysteme gemeinsam? Sie reagieren empfindlich auf Kälte, ganz besonders im Winter und bei Temperarturen im Frostbereich. Also her mit der kuscheligen Daunendecke fürs Baby, her mit der Mütze für die Ohren – und raus an die frische Luft? Ganz so einfach ist es nicht.

Mütze übers Hörgerät – funktioniert das?

Ob Sie nun eine Mütze, Ohrenschützer oder ein Stirnband über die Ohren samt Hörgerät ziehen, der Effekt dürfte in allen Fällen recht ähnlich sein: Sie hören die Welt fortan nur noch gedämpft, was insbesondere eine Unterhaltung schwierig macht, aber auch als Radfahrer im Straßenverkehr gefährlich ist. Es hört und fühlt sich vermutlich wieder so an, wie im Leben zuvor – ohne Hörgerät.

Vermeiden lässt sich die akustische Selbstabschirmung nur, indem Sie das Hörgeräte-Mikrofon unbedeckt lassen, was wiederum nur bei HdO-Hörgeräten funktionieren dürfte, sofern Sie einen Ohrenschützer tragen, der lediglich auf Ihren Ohrmuscheln aufliegt.

Hörgeräte im Winter: darauf kommt es an

Die zwei wesentlichen Punkte zum Schutz Ihrer Hörgeräte im Winter sind a) der Schutz vor Kälte und b) das Vermeiden von Kondenswasser.

a) Hörgeräte vor Kälte schützen

Fakt ist: Batterien mögen frostige Kälte nicht, Hörgeräte-Akkus schon gleich gar nicht. Das liegt im Wesentlichen an der Funktionsweise der Akkus: Kälte „lähmt“ elektro-chemische Prozesse der Batterie, weil die nun zähflüssigen Elektrolyte den Widerstand erhöhen.

Als Faustregel gilt: Hörgeräte-Akkus arbeiten am geschmeidigsten bei moderaten Temperaturen um die 15 Grad. Je tiefer die Gradzahl, desto eher ist die Akkuladung aufgebraucht. Im Extremfall, also bei hohen Minustemperaturen kann es sogar passieren, dass Hightech-Hörsysteme sich vorsorglich abschalten, um eine Tiefenentladung des Akkus zu verhindern.

b) Hörgeräte vor Kondenswasser schützen
Kondenswasser mögen Hörgeräte auch nicht, da es zu Korrosionen an der Elektronik und in der Folge zu Schäden an Kontakten und Verbindungen kommen kann. Darin liegt insbesondere in den kaltfeuchten Jahreszeiten eine erhöhte Gefahr für die Technik der Hörgeräte, so dass häufige Bildung von Kondenswasser die Lebensdauer eines Hörgerätes verkürzen kann.

Kondenswasser bildet sich in Hörgeräten, wenn es zu abrupten Wechseln vom Kalten ins Warme kommt. Also beispielsweise, wenn Sie nach einem längeren Winterspaziergang heimkehren, ein Restaurant besuchen oder sich in einem Café aufwärmen.

Wie schütze ich meine Hörsysteme im Winter nachhaltig?

Im Idealfall gelingt es Ihnen, Ohren UND Hörgeräte immer gut warmzuhalten bzw. vor zu starker Kälteeinwirkung über längere Zeit zu schützen. Eine Kapuze kann dabei zum Beispiel gute Dienste leisten, da sie den Kopf etwas vor Wind und Kälte schützt, aber dennoch die Ohren nicht vollständig bedeckt. Hierbei könnte auch ein Ohrenwärmer oder Stirnband auf den Ohren aufliegen, ohne die Hörqualität zu stark zu beeinträchtigen.

Am Abend nach dem Ablegen der Hörgeräte bzw. über Nacht sollten Sie vor allem im Winter stets den Batteriedeckel öffnen, damit angestaute Feuchte entweichen kann und auch das letzte Quäntchen Kondenswasser im Geräteinneren verdunstet. Dieses Ablüften ist in der Winterzeit besonders wichtig und im Grunde alternativlos. Es ließe sich jedoch mit Hilfe eines speziellen Trockenbehälters für Hörgeräte beschleunigen, der auch tagsüber und unterwegs, etwa im Ausflugs-Café, wertvolle Dienste leisten kann.

Hörgeräte-Pflegetipps für die kalte Jahreszeit

  • Hörgeräte nach Möglichkeit vor Temperaturen unter +10 Grad schützen
  • Hörgeräte vor Kondenswasser aufgrund starker/plötzlicher Temperaturwechsel schützen
  • Bei Kondenswasserbildung das Hörgerät öffnen und ablüften lassen
  • Hörgeräte niemals trockenföhnen oder auf die Heizung legen
  • Hörgeräte auch nicht im Winter zum Trocknen in die Sonne legen

 

Haben Sie Fragen?

Für offene Fragen und weitere Tipps rund ums Thema „Hörgeräte / Hörgeräte-Akkus im Winter vor Kälte schützen“ stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Sei es in einer unserer Filialen oder am (kostenfreien) Servicetelefon: 0800 664 7778.

Falls Sie sich fragen, warum es überhaupt wichtig ist, Hörsysteme vor Kälte zu schützen – hier ist die Antwort:

Moderne Hörgeräte sind Hightech-Geräte im Miniaturformat. Und selbst diese Bezeichnung klingt noch deutlich größer, als die in den eleganten Hörsystem-Chassis auf engstem Raum integrierte hochleistungsfähige Technologie tatsächlich ist. Kernkomponenten dieser empfindlichen Audiosysteme, bestehend aus Mikrofonen, Lautsprecher und dergleichen mehr, sind oftmals kaum größer als ein Reiskorn, eine Linse oder Erbse.

Nun sind diese sensiblen Hochleistungsgeräte durchaus in einer robusten Schale verbaut, also gegen das Gröbste geschützt. Aber natürlich muss jedes Hörgerätesystem dennoch den Kontakt des Hörgeräteträgers mit der Außenwelt sicherstellen, so dass an jedem Hörgerät winzige Eingänge – für das integrierte Mikrofon zum Empfangen der Sprache und Nebengeräusche – und ebenso winzige Ausgänge – für den integrierten Lautsprecher oder Mikroschläuche zur Schallübertragung ans Ohr – unvermeidlich sind. Funkbasierte Minicomputer mit Akustikmess- und Steuerungseinheiten, Akku-Batterien im Mikroformat sowie ggf. binaurale Systemtechnologie zur Abstimmung zwischen linkem und rechtem Hörgerät sind übrigens auch noch an Bord.

Gemessen an der winzigen Größenordnung der integrierten, hoch sensiblen Hörsystemtechnik verwundert es nicht, dass es bereits bei Temperaturen unter +10 Grad und bei Schwankungen der Luftfeuchtigkeit zu Problemen kommen kann. Untersuchungen haben ergeben, dass die Systemtechnik der modernen Hörgeräte in einem Temperaturfenster von 10 bis 25 Grad am besten funktioniert.

Hörgeräte im Winter – wir beraten Sie gern

Schutz vor Kälte und Frost: Wenn Sie sich für weitere praktische Pflegetipps speziell für Ihre Hörgeräte interessieren, sprechen Sie uns gerne an. Wir möchten, dass Sie mit Ihren Hörgeräten rundherum zufrieden sind.

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