Was Sie schon immer über den Hörtest wissen wollten

Gutes Hören empfinden die meisten Menschen als Selbstverständlichkeit, doch leider ist dem nicht so. Gutes Hörvermögen ist nicht jedem vergönnt. Besonders tragisch wird schlechte Hörfähigkeit im Falle einer schleichend einsetzenden Hörminderung, so dass die Betroffenen dies zunächst gar nicht bemerken. Aus gutem Grund empfehlen Hörakustiker und HNO-Ärzte allen Erwachsenen, regelmäßig zum Hörtest zu gehen. Aber was genau passiert da eigentlich beim Hörtest? Wir klären auf.

Bevor wir die häufigsten Fragen zum Thema Hörtest beantworten und auch den Ablauf eines Hörtests erläutern, eine Bitte noch vorweg – weil es wirklich wichtig ist: Sollten Sie auch nur den leisesten Verdacht haben, irgendwie schlechter zu hören als noch vor geraumer Zeit, machen Sie ihn einfach, den Hörtest. Es tut nicht weh, es dauert nur wenige Minuten und ein Hörtest kostet nichts. Im Übrigen ist auch eine Hörversorgung, also das Tragen eines Hörgerätes, kein Beinbruch. Ganz im Gegenteil, Sie gewinnen deutlich an Lebensqualität. Ernsthaft. Viele Kunden von Rhein-Neckar-Akustik beginnen zu lächeln, wenn sie über Hörgeräte sprechen. Gutes Hören macht glücklich!

Worum geht es beim Hörtest?

Mit einem Hörtest wollen Hörakustiker die Funktionsweise der Ohren, des Gehörs und der Hörsinneszellen untersuchen. Es geht also nicht nur darum, ob jemand gut hören kann, es gilt auch herauszufinden, wie fein das Gehör des Betroffenen arbeitet und ob beide Ohren gleich gut hören.

Welche Arten von Hörtest gibt es?

Um die Funktion und das Leistungsvermögen eines Gehörs zu testen, gibt es verschiedene Tests und Untersuchungsverfahren. Die häufigsten Hörtests sind solche, welche die Hörfähigkeit des Gehörs messen und den Menschen dabei miteinbeziehen:

  • der Hörschwellen-Test (Tonaudiometrie)
  • der Knochenleitungs-Test
  • die Sprach-Audiometrie
  • und weitere Testverfahren wie Fowler-Test oder Lüscher-Test.

Die genannten Hörtest-Arten setzen allerdings voraus, dass die zu testenden Personen reaktionsfähig sind. Das heißt, für eingeschränkt reaktionsfähige Menschen wie zum Beispiel dementiell Erkrankte oder kleine Kinder, die sich nicht verbal ausdrücken können, sind diese Hörtestverfahren nicht geeignet.

Was genau passiert beim Hörtest?

Beim häufigsten Hörtest – die so genannte Hörschwellen-Audiometrie – vermessen wir das akustisch wahrnehmbare Tonspektrum. Dieser Test liefert sehr konkrete Ergebnisse über die Empfindlichkeit des Gehörs und zeigt uns, bis in welche Frequenzbereiche hinein die Hörsinne noch funktionieren, und wo die akustischen Grenzen der Hörfähigkeit liegen.

Wie ist der Ablauf beim Hörtest?

Beim Hörtest nutzt der Hörakustiker modernste Audiomesstechnologie und bewährte Hörtestverfahren, um sich einen Eindruck vom Zustand des Gehörs zu verschaffen und die individuelle Hörfähigkeit genauestens zu ermitteln. Der Hörtest erfolgt bei Rhein-Neckar-Akustik im Wesentlichen in 5 Schritten:

  1. Das Vorgespräch: Bevor wir gemeinsam mit dem audiometrischen Hörtest in unserem Hörstudio beginnen, möchten wir unsere „Hörtestkandidaten“ zunächst erst mal kennenlernen. Dabei geht es uns darum, etwas über die Lebensumstände zu erfahren, über akustische Besonderheiten im Beruf und insbesondere über die alltäglichen Hörsituationen sowie über möglicherweise gegebene Lärmbelastungen fürs Gehör.
  2. Untersuchung der Ohren: Mit einem Otoskop nehmen wir die Ohren in Augenschein und beide äußeren Gehörgänge „unter die Lupe“. Dabei gilt es u.a. sicherzustellen, dass beide Trommelfelle unversehrt und beide Gehörgänge frei von Ohrenschmalz sind – Grundvoraussetzung für die Bewertung der folgenden audiometrischen Messungen.
  3. Hörschwellen-Test (Tonaudiometrie): Nun beginnt der eigentliche Hörtest, indem wir den Hörschwellenbereich für jedes Ohr ermitteln. Über einen speziellen Kopfhörer spielen wir Töne in unterschiedlichen Frequenzen ein, zunächst noch extrem leise, dann allmählich etwas lauter. Der Punkt, an dem der Ton gerade eben wahrgenommen wird, ist jeweils der gesuchte Hörschwellenwert. So ergibt sich für beide Ohren über diverse Frequenzen bzw. Tonlagen (von hell über mittel bis tief) ein hörspezifisches Tonaudiogramm, auch genannt Hörkurve oder Hörprofil. Das individuelle Hörprofil macht sehr konkret deutlich, in welchen Tonlagen das Hörvermögen abnimmt – und wie demzufolge ein Hörsystem für die optimale Hörversorgung eingestellt sein sollte.
  4. Knochenleitungstest: Beim Hörtest über die Knochenleitung prüfen wir, ob eine Hörbeeinträchtigung der Innenohren vorliegt. Dazu tragen die Hörtestpersonen einen speziellen Testkopfhörer, mit dem wir das Schallempfinden der Innenohren testen und vermessen können.
  5. Sprachaudiometrie: Mit der Sprachaudiometrie (auch „Freiburger Sprachtest“) untersuchen wir das Hören und Verstehen. Hierbei spielen wir Wörter und Zahlen in unterschiedlichen Lautstärken über einen Kopfhörer ein, welche die Hörtestperson dann nachspricht. Da das Hören und Verstehen unter störenden Neben- oder Hintergrundgeräuschen schwieriger ist als ohne Störgeräusche, machen wir bei Rhein Neckar Akustik anschließend noch einen Sprachtest mit Störgeräuschen – Teil 2 der Sprachaudiometrie.

Hier finden Sie eine noch ausführlichere Beschreibung dessen, was beim Hörtest passiert: Was passiert beim Hörtest? Wie ist der Ablauf beim Hörtest?

Abschließend werden die Ergebnisse des Hörtests – als individuelles Hörprofil – ausführlich besprochen und in verständlichen Worten von unseren Hörakustikern erklärt. Das Ziel unserer Hörtests ist es immer, das Hörvermögen unserer Kunden nach dem neuesten Stand der Technik zu vermessen und vorhandene Hörminderungen exakt zu definieren. Nur so ist es möglich, den aktuellen Hörstatus festzustellen und die bestmögliche Hörgeräteversorgung aufzuzeigen.

Fazit: Ein Hörtest ist keine große Sache, lohnt sich aber in jedem Fall

Jeder Erwachsene sollte mindestens einmal im Jahr zum Hörtest kommen und seine Hörfähigkeit überprüfen lassen. Die 15 oder 20 Minuten dafür sind gut investierte Zeit, zumal Sie bei Ihrem Hörakustiker in der Nähe telefonisch einen Termin bekommen und Ihren Hörtest garantiert ohne Wartezeit absolvieren können.

Bitte bedenken Sie: Selten ist eine Hörminderung vom Betroffenen selbst sofort erkennbar, denn meistens lässt das Hörvermögen ganz allmählich nach und wird im Laufe vieler Monate und Jahre schlechter. Häufig kommen sie erst dann zum Hörtest, wenn es gar nicht mehr anders geht, und häufig ist die Hörfähigkeit dann nur noch bedingt wiederherzustellen.

Nicht ohne Grund fordern Hörakustiker regelmäßige Hörtests analog zum Sehtest. Tatsächlich lässt sich eine schleichend einsetzende Hörminderung gut mit einem Lichtdimmer vergleichen. Durch einen Dimmer wird die Helligkeit auch nicht abrupt verändert, sondern nur ganz langsam.

Unser Tipp: Kommen Sie gern zu zweit zum Hörtest. Warum auch nicht. Die Erfahrung zeigt, dass viele unserer Kunden ohnehin jemanden Vertrauten zum Hörtest mitbringen, ganz nach der Devise „geteilte Freude ist doppelte Freude.“

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