Hörgeräte im Sommer – Teil 1

Der Sound des Sommers ist ein ganz besonderer. Zum alltäglichen Akustikspektrum kommen nun viele Geräusche hinzu, die wir meist nur selten wahrnehmen. Seltene Vogelstimmen, fröhliche Kinder im Freibad, sanftes Wellenrauschen, knisterndes Lagerfeuer, klappernde Fallreeps im Yachthafen – ein „prego“, „por favor“ oder „s’il vous plaît!“ ... Schön für jeden, der es genießen kann. Blöd, wenn gerade jetzt Probleme mit dem Hörgerät auftreten. 10 Fragen & Antworten für Hörgeräteträger, die sie im Sommer beherzigen sollten (Teil 1).

1) Hitze: Leidet die Hörsysteme-Technologie unter Hitze?

Ja, in der prallen Sonne könnte es für Hörgeräte problematisch werden, denn die modernen Hörsysteme von heute enthalten Hightech-Komponenten. Selbst die robustesten Systeme reagieren empfindlich, wenn sie zu lange direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind und zu stark erhitzen. Dies könnte zu irreparablen Schäden der Elektronik führen.

Wenn Sie Ihre Hörgeräte tragen und sich gern in der Sonne aufhalten, ist dies für Ihre Hörsysteme in der Regel kein Problem, ausgehend davon, dass Sie sich ganz normal bewegen. Dadurch, dass der menschliche Organismus die Körpertemperatur permanent und vorsorglich reguliert, haben Hörgeräte im oder hinter dem Ohr eigentlich immer ein moderates Arbeitsklima.

2) Akku/Batterie: Macht Wärme Hörgeräte schlapp?

Sommerliche Wärme nicht, Hitze dagegen schon. Im Allgemeinen sind Akkus für ein Temperaturfenster von 10 bis 35 Grad ausgelegt, die Erfahrung zeigt jedoch, dass sie in Temperaturbereichen um die 20 Grad am besten funktionieren. Wird es zu heiß, beginnt die zähflüssige Masse im Inneren moderner Hochleistungs-Akkus auszudampfen. Insofern verliert der Akku deutlich an Kapazität und somit an Leistungsdauer. Zu viel Hitze ist also auf Dauer nicht gut für Akku-Hörgeräte.

3) Hygiene: Ist die Gerätepflege im Sommer besonders wichtig?

Ja, im Sommer sollten Sie Ihr Hörgeräte noch häufiger pflegen und reinigen. Vor allem, wenn es draußen sehr warm ist und Sie zum Schwitzen neigen, kann sich zwischen Hörgerät und Gehörgang schnell etwas Schweiß ansammeln. Es wird Ihnen und Ihrem Hörsystem daher gut tun, es öfter mal herauszunehmen und trocken zu tupfen. Womöglich legen Sie auch mal eine Hörpause ein und gönnen sich ein gutes Buch – Ihre Ohren könnten derweil verschnaufen und in Ruhe entlüften.

Apropos Hygiene: Bitte achten Sie darauf, dass die Hörgeräte nicht unmittelbar in den Kontakt mit Sonnencreme kommen. Sonnencreme kann die winzigen Lautsprecher und Mikrofonanschlüsse schnell verstopfen und enthält zudem chemische Substanzen, welche Korrosionen oder ähnliches verursachen können.

4) Flughafen: Übersteht das Hörgerät die Sicherheitskontrolle?

Sicherheitskontrollen an Flughäfen sind für Hörgeräte (meist) kein Problem. Konkret: In Flughäfen mit europäischem bzw. internationalem Standard geht von Ganzkörper-Scannern, Metalldetektoren und Röntgenapparaten keine Gefahr für die Hörgeräte-Technik aus. In manchen Entwicklungs- und Schwellenländern ist der Stand der Technik allerdings noch nicht so weit. Hier empfiehlt es sich, die Hörgeräte bei sich zu tragen und darauf im Zuge der Körperkontrolle hinzuweisen.

Tipp für die Scannerkontrolle: Bevor Sie den Scanner in der Sicherheitskontrolle passieren, empfiehlt es sich, die Laufstärke herunter zu regeln, um mögliche Inferenztöne zu meiden. Abgesehen davon bereiten die Scanner keine Probleme.

Tipp für die Röntgenkontrolle: Wenn Sie Ihr Hörgerät im Handgepäck verstauen, achten Sie darauf, dass es möglichst oben liegt bzw. schnell zu finden ist. Technische Geräte werden gerne mal genauer inspiziert.

5) Strand: Ist Sand gefährlich für die Technik?

Ja. Wer gern am Strand ist, weiß genau: Sand ist immer und überall. Also ist Vorsicht geboten. Am besten schützen Sie Ihr Hörgerät am Strand vor Sonne und Sand, in dem Sie es konsequent im Hörgeräte-Etui aufbewahren und allenfalls mit sauberen, sand- und staubfreien Händen in gut abgetrocknete Ohren einsetzen.

Wenn Sie sich mit diesem Gedanken so gar nicht anfreunden können, sollten Sie bei der Wahl Ihres (nächsten) Hörsystems auf die Höhe der IP-Schutzklasse achten. IP steht für „International Protection“ und dient der Klassifizierung von technischen Geräten und Materialien. Die höchste Schutzklasse IP68 besagt, dass das Gerät absolut staubdicht ist, erkennbar an der 6. Hörgeräte der Schutzklasse IP 58 vertragen immerhin noch etwas eindringenden Staub.

Lesen Sie im nächsten Teil 2:

6) Wasser: Wie wasserdicht sind Hörgeräte wirklich?
7) Meersalz: Kann salzhaltige Seeluft das Hörgerät schädigen?
8) Luftdruck: Verändert die Höhenlage den Klang?
9) Wartung: Besser vor dem Urlaub zum Hörgeräte-Check?
10) Verlust: Was tun, wenn das Hörgerät im Urlaub verloren geht?

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